Test-Veranstaltung in der Westfalenhalle zeigt: Events sind möglich

dzEventbranche

Massenevents sind bis mindestens Ende Oktober tabu. Das heißt aber nicht, dass Veranstaltungsorte komplett leer ausgehen müssen – eine Veranstaltung in der Westfalenhalle 1 hat’s vorgemacht.

Dortmund

, 25.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Massenveranstaltungen sind aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin verboten. Das entsprechende Verbot ist erst kürzlich mindestens bis zum 31. Oktober ausgeweitet worden.

Doch die Ausweitung des Verbots heißt nicht, dass momentan gar keine Events in Dortmund stattfinden können. Das zeigte etwa der Auftakt von Ruhrhochdeutsch. Die DEW-Museumsnacht soll mit komplett neuem Konzept im September stattfinden und auch der mobile Freizeitpark „FunDOmio“ ist am Donnerstag (25.6.) an den Westfalenhallen gestartet.

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Tags zuvor war die Westfalenhalle 1 Schauplatz für eine „Musterveranstaltung“ für die Event-Branche. Organisiert wurde das von der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund, mit dabei waren auch Vertreter des Ordnungsamtes und des Kulturbüros.

Es ging darum zu zeigen, wie größere Indoor-Veranstaltungen möglich sind und „alle auf den gleichen Informationsstand zu bringen“, wie Robert Litschke, Pressesprecher der Wirtschaftsförderung, das erklärte Ziel der Veranstaltung formulierte.

Pfeile auf dem Boden zeigten klar die erlaubte Laufrichtung an.

Pfeile auf dem Boden zeigten klar die erlaubte Laufrichtung an. © Wilco Ruhland

Abstandsmarkierungen vor dem Eingang, Gleiches im Foyer der Halle. Zugewiesene Plätze, Mundschutzpflicht bis zum Sitzplatz, genau geregelte Laufwege. Verzehr von Getränken nur am Platz.

Voraussetzung für solche Events ist, dass eine Kontaktverfolgung durch die Aufnahme der persönlichen Daten und die Einhaltung von Hygieneregeln möglich ist.

Auch Feste mit über 500 Gästen theoretisch möglich

Das Hygienekonzept solle mindestens acht Tage im Voraus beim Gesundheitsamt zur Genehmigung vorgelegt werden – bei größeren Events empfehle sich ein größerer Vorlauf, sagte Heike Tasillo, stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes, am Rande der Veranstaltung.

So seien im geschlossenen, aber gut durchlüfteten Raum, auch größere Veranstaltungen wie etwa Firmenfeiern mit 500 Gästen nicht unmöglich.

Das habe ja auch bereits der Ruhrhochdeutsch-Auftakt gezeigt, gab Wirtschaftsförderer Thomas Westphal ein Beispiel.

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Er hatte die Veranstaltung moderiert. Mit ihm zusammen auf der Bühne saß neben Heike Tasillo auch die Leiterin des Kulturbüros, Hendrikje Spengler.

Davor waren vier Meter Abstand zur ersten Stuhlreihe. Für rund 250 Teilnehmer hatte die Wirtschaftsförderung Stühle in der Halle verteilt – immer mit 1,50 Meter Abstand.

Nicht alle davon waren belegt. Schätzungsweise folgten rund 150 Personen der Einladung. An den Rändern der Halle zeigten Pfeile auf dem Boden klar die erlaubte Laufrichtung an, denn Ein- und Ausgang waren klar getrennt.

Feste Plätze und Abstände - die Gäste aus der Dortmunder Eventbranche konnten am eigenen Leib erfahren, wie größere Indoor-Veranstaltungen möglich sind.

Feste Plätze und Abstände - die Gäste aus der Dortmunder Eventbranche konnten am eigenen Leib erfahren, wie größere Indoor-Veranstaltungen möglich sind. © Wilco Ruhland

Das Publikum bekam nicht nur Vorträge von Tasillo und Spengler zu hören, die Besucher der Musterveranstaltung konnten den Akteuren auf der Bühne via App in Echtzeit Fragen über ihre Smartphones stellen.

Auf die sei er besonders gespannt gewesen, sagte Thomas Westphal nach der Veranstaltung. „Die Fragen waren sehr differenziert“, und hätten gezeigt, dass „der Grad an fehlenden Informationen“ in der Eventbranche nicht unerheblich sei.

So gab es etwa immer wieder Fragen zu dem nach wie vor geltenden Tanzverbot. „Beim Tanzen kommt der Kreislauf in Schwung, die Atmung wird schneller“ und somit steige das Infektionsrisiko, erklärte etwa Heike Tasillo vom Ordnungsamt.

Auf der Bühne saßen – mit gebührendem Abstand – Kulturbüroleiterin Hendrikje Spengler (vl.), Wirtschafstförderer Thomas Westphal und die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes, Heike Tasillo.

Auf der Bühne saßen – mit gebührendem Abstand – Kulturbüroleiterin Hendrikje Spengler (l.), Wirtschafstförderer Thomas Westphal und die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes, Heike Tasillo. © Wilco Ruhland

Die Disko etwa fällt so bis auf Weiteres in ihrer normalen Funktion weg. Das heiße jedoch nicht, dass dort gar keine Events möglich seien. Bestuhlte Poetry Slams oder ähnliches seien beispielsweise Möglichkeiten.

Kulturbüroleiterin Hendrikje Spengler appellierte deutlich an die Gäste aus der Eventbranche, sich an die Vorgaben zu halten und auf die Suche nach den Schlupflöchern zu verzichten: „Lasst uns das machen, was möglich ist, aber auch was richtig ist.“

Info

Musterveranstaltung für Events im Freien

  • Eine weitere Musterveranstaltung der Wirtschaftsförderung soll am Freitag (26.6.) von 9 bis 11 Uhr auf der Festwiese des Westfalenparks stattfinden. Hier soll es vor allem um Events im Freien gehen.
  • Weitere Informationen, Kontaktmöglichkeiten zum Ordnungsamt und Anmeldungsformulare für Veranstaltungen sind auf der Homepage der Stadt unter dem Reiter „Leben in Dortmund/Sicherheit und Recht“ zu finden.
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