Schon jetzt Sorgen über Ausweichverkehr – Umwelthilfe und Grüne stellen neue Forderungen

dzTempo-30-Zonen und Umweltspur

Um mehr als 20 Prozent soll der Autoverkehr auf Ruhrallee und Brackeler Straße mit neuen Verkehrsregelungen verringert werden. Doch das löst auch Sorgen aus - und neue Forderungen.

Dortmund

, 24.01.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die drei Messpunkte, an denen die Stickstoffdioxid-Werte seit Jahren überschritten werden, stehen im Mittelpunkt bei den Akutmaßnahmen, auf die sich Land, Stadt und Deutsche Umwelthilfe vor dem Oberverwaltungsgericht in einem Vergleich geeinigt haben. Das Ziel ist, den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel spätestens bis Ende des Jahres an allen Punkten einzuhalten.

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Erreicht werden soll das durch weniger Autoverkehr an den drei kritischen Stellen - dem Rheinlanddamm (B1), der Ruhrallee und der Brackeler Straße nahe dem Borsigplatz. Auf der Ruhrallee soll zwischen Wall und B1 bis Ende Mai Tempo 30 eingeführt werden. Die Ampel unmittelbar hinter der Abfahrt von der B1 in Richtung Stadtzentrum soll so geschaltet werden, dass sie wie eine „Pförtnerampel“ wirkt.

Gut 20 Prozent weniger Verkehr

„Längere Rotphasen lassen weniger Verkehr in Richtung Innenstadt fließen“, erklärt die Stadt den erhofften Effekt. Laut einer Modellrechnung könnte der Autoverkehr so um 21 Prozent reduziert werden. Das wären 6924 Autos in 24 Stunden.

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An der Brackeler Straße, wo es bereits an der Einmündung im Spähenfelde eine „Pförtnerampel“ gibt, soll bis März eine Umweltspur in Richtung Borsigplatz eingerichtet werden, auf der nur Busse, E-Autos und Fahrräder fahren dürfen. Hier hofft man auf eine Reduzierung des Verkehrs um mindestens 20 Prozent.

Die Frage ist, ob und wohin die Autofahrer, die die Staus an Ruhrallee und Brackeler Straße umgehen wollen, ausweichen - und ob damit stärkere Luftbelastungen an anderer Stelle entstehen.

Zusätzliche Messstellen

Diese Sorge haben unter anderem die Grünen im Rat. „Der Verkehr wird durch die geplanten Eingriffe insgesamt nicht weniger, sondern zunächst auf Ausweichrouten verdrängt“, fürchtet die Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Reuter. Das müsse die Stadt im Blick haben.

Die Grünen werden deshalb zusätzliche Messstellen an den zu erwartenden Ausweichrouten und eine regelmäßige Berichterstattung im Umweltausschuss des Rates beantragen, kündigt Ingrid Reuter an.

Das sieht auch die Umwelthilfe so. Sie fordert vier weitere Messstellen, berichtet Umweltdezernent Ludger Wilde. Konkrete Standorte seien aber noch nicht benannt worden. Denkbare Ausweichstrecken für Autofahrer wären etwa die Märkische Straße und die Hohe Straße.

Klar ist aber auch, dass das eigentliche Ziel sein muss, Autofahrer zum Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrräder oder den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. „Die eigentliche Lösung zur Verbesserung der Luft muss darin liegen, das Verkehrsaufkommen grundsätzlich zu reduzieren“, sagt Ingrid Reuter.

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