Zwischen 21 und 5 Uhr ist nur noch Tempo 30 auf dem Wall in Dortmund erlaubt. © Kevin Kindel
Verkehr

Tempo 30 nachts auf dem Dortmunder Wall gilt nicht für immer

Die Stadt will am 2. Februar eine erste Bilanz ziehen zu den massiven Polizei-Kontrollen und zu Tempo 30 nachts auf dem Dortmunder Wall. Doch eine Sache steht jetzt schon fest.

Viel hat Oberbürgermeister Thomas Westphal nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands am Dienstag (26.1.) noch nicht preisgegeben. Es ging um den Erkenntnisgewinn zu den Polizeikontrollen und dem nächtlichen Tempolimit von 30 km/h auf dem Dortmunder Wall.

Das erste Wochenende sei in der Auswertung, so Westphal. Für eine erste Bilanz zur Wirkung der Maßnahmen wolle man das nächste Wochenende abwarten, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Seit Donnerstag (21.1.) gilt die verschärfte Temporegelung von 21 bis 5 Uhr auf dem Wall. Am darauffolgenden Freitag und Samstag kontrollierte die Polizei mit Schwerpunkteinsätzen, teilweise unterstützt von Spezialkräften aus Köln. An beiden Tagen zusammengenommen zählte die Polizei wieder 750 „Szene-typische“ Autos.

Keine Hupkonzerte mehr

Hupkonzerte gab es laut Polizei keine mehr, doch es wurden Fahrzeuge sichergestellt und zahlreiche Anzeigen geschrieben unter anderem wegen verkehrlicher Verstöße sowie wegen Verstößen gegen das Landesimmissionsschutzgesetz und die Corona-Schutzverordnung.

„Das erste Wochenende war schon sehr aufschlussreich“, sagte der OB, doch man wolle sehen, welche Effekte die Verschärfungen haben und mehr über die Strukturen der Wall-Szene erfahren. „Die Maßnahmen gehen weiter“, kündigte Westphal an.

Die mobilen Blitzer am Wall, die die stationären Säulen ergänzen und über die sich die Szene austauscht, solle man ruhig sehen, betonte der OB: „Das soll sich rumsprechen“ – auch unter den vielen Wallfahrern, die von auswärts nach Dortmund kämen, um sich hier illegale Autorennen zu liefern oder mit ihren Wagen zu posieren.

OB: „Wir gehen das mit Langmut an“

Auch wenn Westphal das nur halblaut sagt – Tempo 30 nachts auf dem Wall, begründet mit dem Lärmschutz für die Anwohner, wird keine Maßnahme für die Ewigkeit. Es handelt sich um eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung.

Allerdings werde man das Tempolimit nicht schon nach wenigen Wochen beenden, kündigte der OB an. Erst muss das Geschehen auf dem Wall nachhaltig wieder in normalen Bahnen laufen. Westphal: „Wir gehen das mit Langmut an.“

Außerdem ist nicht gesagt, dass das nächtliche Tempolimit die einzige verschärfte Maßnahme im Instrumentenkasten der Stadt ist. Westphal hat dazu eine Ansage, an die, die glauben, sie könnten wieder irgendwann über den Wall rasen: „Es wird noch mehr Möglichkeiten geben.“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle
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