Tankstellen-Prozess zieht sich bis März: Die lange Suche nach einem Gutachter

Landgericht

Der Prozess um sieben Tankstellen-Überfälle innerhalb von vier Wochen wird erst im März zu Ende gehen. Das Hagener Landgericht will noch ein Gutachten einholen. Und das ist nicht einfach.

Dortmund

, 17.12.2019, 18:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Anfang 2019 wurden in und um Dortmund sieben Tankstellen überfallen. In Dortmund wurde dabei die SB-Tankstelle an der Borussiastraße überfallen. Die Beute der Räuber bestand allerdings „nur“ aus ein paar Schachteln Zigaretten.

Während einer der beiden Angeklagten ein Geständnis abgelegt hat, beteuert sein mutmaßlicher Komplize, mit den Überfällen nichts zu tun zu haben. Und dies wollen die Verteidiger nun mithilfe eines anthropologischen Gutachtens auch beweisen.

Ein Sachverständiger soll also die Bilder der Überwachungskameras auswerten und mit dem Angeklagten vergleichen. Kopfform, Nasenlänge, Schatten unter den Augen: Auf all diese Details wird es bei einer solchen Untersuchung ankommen.

Ein Mann, der sich als anthropologischer Gutachter in Justizkreisen einen Namen gemacht hat, ist Cornelius Schott aus Langenselbold in Hessen. Das Problem ist nur: Der Ruf des Biologen hat inzwischen ziemlich gelitten. Mehrere Personen werfen ihm vor, sie mit falschen Gutachten belastet zu haben. Ein Mann verbüßte sogar auch Jahre Haft für einen Banküberfall, der er gar nicht begangen hatte. Cornelius Schott hatte ihn im Prozess jedoch als Täter identifiziert.

Als die Verteidiger in Hagen nun hörten, dass das Gericht eben jenen Gutachter beauftragen wollte, liefen sie Sturm. Nun wird ein neuer Experte gesucht.

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