Zweite Blindgänger-Suche an Märkischer Straße - Fund würde Groß-Evakuierung auslösen

Redakteur
An der Baustelle Märkische Straße/Ecke Wenker Straße wird in dieser Woche nach einem möglichen Blindgänger aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gesucht.
An der Baustelle Märkische Straße/Ecke Wenker Straße wird in dieser Woche nach einem möglichen Blindgänger aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gesucht. © Oliver Volmerich
Lesezeit

Es wird weiter gebaggert an der Märkischen Straße – aber mit besonderer Vorsicht. Denn im Erdboden könnte in Höhe Wenkerstraße ein Bombenblindgänger aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs schlummern. Experten wollen dem durch Sondierungen genährten Verdacht in dieser Woche auf den Grund gehen.

Es ist einer von zwei Blindgänger-Verdachtspunkten, die seit Monatsbeginn für eine Komplettsperrung der Märkischen Straße zwischen B1 und Landgrafenstraße in Richtung Innenstadt sorgen. In der ersten Oktober-Woche war zunächst ein Verdachtspunkt an einer Baustelle in Höhe Friedrich-Uhde-Straße überprüft worden.

Am Ende der Woche konnte Entwarnung gegeben werden. Der Blindgängerverdacht hatte sich nicht bestätigt. Inzwischen ist die Baugrube im Bereich der Fahrbahn wieder verfüllt und teilweise asphaltiert worden. Weil für die Arbeiten entsprechender Platz für große Baugeräte nötig war, blieb die Sperrung der Fahrspuren in Richtung Norden bestehen.

Am ersten Verdachtspunkt vor dem Finanzamt Dortmund-West wird die Fahrbahn bereits wieder hergerichtet.
Am ersten Verdachtspunkt vor dem Finanzamt Dortmund-West wird die Fahrbahn bereits wieder hergerichtet. © Oliver Volmerich

Die wäre jetzt für die Untersuchungen in der Baustelle in Höhe Wenkerstraße ohnehin wieder nötig geworden. Dort geht man seit diesem Montag (17.10.) mit vorsichtigem Angraben dem Blindgänger-Verdacht nach. Die Verdachtspunkte konnten nicht gleichzeitig überprüft werden, weil dann zentrale Versorgungsleitungen vom Netz genommen werden müssten, teilte die Stadt mit.

Vorbereitungen für mögliche Evakuierung

Der Verdachtspunkt in Höhe Wenkerstraße soll jetzt bis Donnerstag (20.10.) untersucht werden. Wenn sich der Verdacht – anders als an der Friedrich-Uhde-Straße – hier bestätigen sollte und tatsächlich ein Blindgänger gefunden wird, hätte das weitreichende Folgen. Denn dann müsste die Weltkriegs-Bombe entschärft und die Umgebung relativ kurzfristig evakuiert werden.

Wie viele Menschen davon betroffen sind, hängt vom „Kaliber“ des Bombenfunds ab. Bei einem 250-Kilo-Blindgänger wird ein Evakuierungsradius von 250 Metern um die Fundstelle eingerichtet, in dem 1782 Menschen leben. Bei einer 500-Kilo-Bombe wäre es ein Radius von 500 Metern mit 5650 Anwohnerinnen und Anwohnern. In beiden Fällen wäre das Senioren-Wohnstift „Auf der Kronenburg“ betroffen.

Sollte sich der Verdacht nicht bestätigen, kann das Bauloch schnell verfüllt werden. Bei der Stadt geht man von einer Sperrung der Märkischen Straße bis Ende Oktober aus.

Fahrbahn wird im Frühjahr 2023 erneuert

Die Fahrbahn wird an beiden Stellen übrigens nur provisorisch hergerichtet. Die eigentliche Fahrbahnerneuerung mit lärmoptimiertem Asphalt auf der Märkischen Straße zwischen der B1 und der City ist im nächsten Frühjahr vorgesehen.

Gebaut wird dann nach Ankündigung der Stadt in mehreren Abschnitten mit Sperrungen vorwiegend an Wochenenden – wie zuletzt an der Ruhrallee.