Studio 54: Die legendärste Disco der Welt kommt nach Dortmund

Dortmunder U

In den 1970er-Jahren war das „Studio 54“ der bekannteste und einflussreichste Nachtclub der Welt. Im Sommer feiert eine neue Ausstellung im Dortmunder U die Disko-Legende.

Dortmund

von Nick Kaspers

, 04.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rolling-Stone-Sänger Mick Jagger und Model Geri Hall 1978 im Studio 54: Die New Yorker Disco war in ihrer goldenen Zeit sehr beliebt beim internationalen Jet-Set.

Rolling-Stone-Sänger Mick Jagger und Model Geri Hall 1978 im Studio 54: Die New Yorker Disco war in ihrer goldenen Zeit sehr beliebt beim internationalen Jet-Set. © imago/United Archives International

Ein Stück Popkultur-Geschichte kommt ins Dortmunder U: Die Ausstellung mit dem Arbeitstitel „Studio 54: Night Magic“ bringt die Stimmung und Geschichte des New Yorker Nachtclubs aus den 1970er-Jahren nach Dortmund. Sie öffnet ihre Türen vom 14. August (Freitag) bis 8. November (Sonntag).

Schon über 40 Jahre ist es her, als das „Studio 54“ in Manhattans 54. Straße am 26. April 1977 eröffnete. Es war der Startschuss für wilde Partynächte, Drogenexzesse und hemmungslose Exzentrik mit den Film- und Musikstars der damaligen Zeit. Partygänger aller Hintergründe und Lebensstile konnten dort zusammenkommen.

Stammgäste waren Mick Jagger, Andy Warhol und viele andere Stars

Das „Studio 54“ war stilbildend für Disco-Musik, Punk und Hip-Hop. Auf den Eintrittskarten stand „dress spectacular!“ („kleide dich spektakulär!“) vermerkt. Andernfalls kam man am Türsteher nicht vorbei.

Zur Eröffnung kamen Weltstars wie Cher, Frank Sinatra, Bianca Jagger oder der damals noch relativ unbekannte Bauunternehmer Donald Trump. Später zählten Berühmtheiten wie Diana Ross, Liza Minelli, Elizabeth Taylor, Andy Warhol, die Jaggers, Michael Jackson, Calvin Klein, Elton John, Madonna, Salvador Dali, Supermodel Christie Brinkley oder Grace Jones zu den Stammgästen.

Der Schriftzug am Eingang des „Studio 54“ ist eine Ikone der Popkultur.

Der Schriftzug am Eingang des „Studio 54“ ist eine Ikone der Popkultur. © imago/MediaPunch

Drei Jahre nach der Eröffnung musste der Club wegen eines Steuerskandals bereits wieder schließen. Nach kurzer Zeit eröffnete „Studio 54“ neu, bis 1986 jedoch endgültig die Lichter ausgingen.

Club setzte Maßstäbe in Mode und Gesellschaft

Trotz der verhältnismäßig kurzen Club-Geschichte hat „Studio 54“ langfristige Maßstäbe in Mode, Gesellschaft und Clubkultur gesetzt. Es steht sinnbildlich für die Bürger- und Frauenrechtsbewegung und repräsentiert die Clubszene der 1970er Jahre wie kein anderer Club.

Das Brooklyn Museum hat die Entwicklung des legendären Nachtclubs aufgearbeitet. Die Ausstellung „Studio 54: Night Magic“ gewährt Einblicke die Geschichte und unvergleichliche Ästhetik des Clubs mit Fotografien, Mode-Objekten, Zeichnungen und Filmen.

Die Ausstellung feiert ihre Weltpremiere am 13. März im New Yorker Brooklyn Museum. Im Anschluss daran soll sie im Dortmunder U anlaufen, insofern der Rat der Stadt Dortmund bei einer Sitzung am 26. März zustimmt. Jetzt muss der Rat laut Pressesprecherin Kathrin Pinetzki über das Thema entscheiden, da der Antrag die wichtigen Gremien wie den Kulturausschuss bereits durchlaufen habe.

Das Dortmunder U leiht die Ausstellung direkt vom Brooklyn Museum und wird sie auf Ebene sechs des Zentrums zeigen. Kurator ist Matthew Yokobosky, Chefkurator „Fashion and Material Culture“ im Brooklyn Museum. Weitere europäische Stationen seien bislang nicht geplant.

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