Streit in der Nordstadt eskaliert, dann schießt ein Helfer mit einer Schreckschusspistole

Polizei

Am Sonntagabend ist ein Streit in einer Straßenbahn eskaliert. Erst kam es zu einer Schlägerei, am Ende sollen Schüsse gefallen sein. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

von Joel Hunold

Dortmund

, 03.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Ein Streit in einer Dortmunder Straßenbahn ist am Sonntagabend eskaliert. Wie die Polizei mitteilt sei es zunächst zu Handgreiflichkeiten kommen. Diese habe sich zugespitzt, bis zuletzt laut Polizei ein Schuss aus einer Schreckschusspistole abgegeben wurde.

Die Beteiligten und Zeugen schildern den Hergang der Tat nicht übereinstimmend. So stellt sich der Verlauf laut Polizei dar:

In der U44 kommt es am Sonntagabend zunächst zu einem verbalen Streit zwischen einem 28-jährigen Dortmunder, der in Begleitung unterwegs ist, und einem ebenfalls 28-jährigen Mann aus Neuenrade. Weil dieser sich von dem Pärchen angeblich bedroht fühlt, ruft er einen Kumpel als Unterstützung zu einer Haltestelle auf der Oesterholzstraße.

Wer sagt die Wahrheit?

An besagter Haltestelle sollen dann laut Polizei sowohl das Pärchen als auch der Neuenrader ausgestiegen sein.

Der Neuenrader selbst hat später gegenüber der Polizei ausgesagt, der Dortmunder und seine Begleiterin wollten ihn ausrauben. Ein Zeuge, der in der Bahn war und auch an der selben Haltestelle ausgestiegen ist, berichtet jedoch etwas anderes: Demnach hätte der Neuenrader das Pärchen provoziert und später mit seinem Kumpel, der an der Haltestelle gewartet hat, verfolgt.

Helfer lassen den Streit eskalieren

Wer auch immer den Anfang gemacht hat: Die verbale Auseinandersetzung wird anschließend an der Haltestelle fortgesetzt. Der Zeuge holt daraufhin Hilfe aus einem nahe gelegenen Kiosk. Diese trennt die Streitenden zwar, allerdings kommt es dabei zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den vermeintlichen Helfern und dem Neuenrader samt Kumpel.

Als die Polizei eintrifft schlichtete sie den Streit zunächst und stellte Strafanzeigen wegen Körperverletzung gegen die – eher wenig hilfreichen – Helfer und wegen versuchten Raubes gegen den 28-jährigen Dortmunder und seine Begleiterin. Die Geschichte ist an dieser Stelle allerdings noch nicht vorbei.

Baseballschläger und Schreckschusspistole

Denn wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, wollte wohl einer der vermeintlichen Helfer selbst aktiv werden: „Er fand, schlicht gesagt, dass der Streit noch nicht vorbei war“. Nachdem die Polizei wieder abgezogen war, soll er auf den Kumpel des Neuenraders mit einer Schreckschusspistole geschossen haben.

Als die Polizei so zum zweiten Mal auf den Plan trat fand sie vor Ort sowohl Patronenhülsen als auch die Pistole selbst. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Außerdem wurde ein Baseballschläger sichergestellt.


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