Strahlt der Tönnies-Ausbruch nach Dortmund aus? Aufregung um Schul-Mail

dzCorona-Fälle an Berufskollegs

Hat die Schließung von drei Berufskollegs in Dortmund etwas mit dem Mega-Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies zu tun? Eine interne Mail sorgt für Aufregung in Schulkreisen.

Dortmund

, 22.06.2020, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Dortmund hat am Sonntagabend bekannt gegeben, dass drei große Berufskollegs in der Dortmunder Innenstadt mit sofortiger Wirkung geschlossen werden: Sowohl am Fritz-Henßler- als auch am Robert-Schuman- und am Robert-Bosch-Berufskolleg findet bis zum Beginn der Sommerferien kein Unterricht mehr statt.

In der Pressemitteilung zur Entscheidung begründete die Stadt den Schritt mit Corona-Fällen an den Schulen. Da die Kontaktpersonen der jeweiligen Infizierten nicht sicher eingegrenzt werden konnten, habe man die Schulen vorsorglich geschlossen.

In der Lehrer- und Elternschaft kursierte am Montag jedoch eine Mail, die für Aufregung sorgte.

In der für sein Kollegium bestimmten Mail begründet einer der Schulleiter der drei betroffenen Berufskollegs die Schließung mit dem großen Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik im Kreis Gütersloh, bei dem sich - Stand Montag - über 1300 Menschen angesteckt haben.

„Da wir [...] Landesfachklassen haben, die Schüler*innen aus dieser Region führen, hat das Gesundheitsamt diesen Entschluss getroffen“, heißt es in der Mail, die unserer Redaktion vorliegt. „Das Ziel ist die Eindämmung des neuen Ausbruchs auf die entsprechende Region. [...] Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme zur Eindämmung. Ein aktuelles Gefährdungspotential besteht nicht.“

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Besonders die letzten beiden Sätze sollten die Gemüter beruhigen. Doch in aufgeregten Zeiten wie diesen gelang das nicht. Im Eltern-Flurfunk wurde die Mail schnell als Beleg dafür genommen, dass ein Schüler aus Gütersloh, dessen Eltern bei Tönnies arbeiten, das Virus in die Dortmunder Berufskollegs getragen habe.

Dieses Gerücht dementierte die Stadt Dortmund am Montag auf Nachfrage unserer Redaktion. Tatsächlich gebe es an jeder der betroffenen Berufskollegs jeweils einen Schüler oder eine Schülerin, der oder die an Covid-19 erkrankt sei. Doch keiner von ihnen habe Verbindungen nach Gütersloh zu dem Ausbruch bei Tönnies.

Aus Lehrerkreisen der betroffenen Berufskollegs war am Montagnachmittag zu hören, dass es - offenbar als Reaktion auf die Anfrage unserer Redaktion - eine weitere interne Mail gegeben habe, in der eine etwaige Verbindung zum Tönnies-Ausbruch explizit dementiert wird und die Schließungen nur noch mit den aktuellen Fällen in Dortmund begründet werden.

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