Staugefahr jeden Morgen: Das steckt hinter der „Geister-Baustelle“ am Kreuz Dortmund/Witten

dzVerkehr

Vor der Abfahrt auf die A44 wird ein Teil der A45 in Richtung Oberhausen einspurig – zum Leidwesen vieler Autofahrer. Von Bauarbeiten ist aber nichts zu sehen. Das ist hier los.

von Rebekka Antonia Wölky

Dortmund

, 09.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der A45 ist am Kreuz Dortmund/Witten in Fahrtrichtung Oberhausen der äußere Streifen der Parallelfahrbahn bereits seit Anfang Mai gesperrt. „Warum?“, fragen sich Autofahrer, die dort allmorgendlich entlangfahren. Denn eine Baustelle ist am Autobahnkreuz nicht zu sehen. Keine Bauarbeiter, keine Baustellenfahrzeuge. Lediglich die Fahrbahn wurde neu markiert und im Bereich vor der Auffahrt auf die A44 in Richtung Bochum auf nur noch eine Spur verschmälert. Die Internetseite verkehr.nrw meldet für den Bereich eine hohe Staugefahr.

Laut Anja Siegel, Baustellenkoordinatorin bei Straßen.NRW, hat die Sperrung aber ihre Richtigkeit. Denn Grund dafür ist der Zustand der maroden Autobahnbrücke im Kreuz. Nachrechnungen hätten ergeben, dass das Bauwerk der heutigen Verkehrsbelastung nicht mehr standhalten könne, heißt es in einer Pressemittelung von Straßen.NRW.

Belastung durch Lkw zu hoch

Die Brücke wurde im Jahr 1969 gebaut. Wie viele andere Bauwerke aus den 1960er und 1970er Jahren sei sie damit nicht für den heutigen Autoverkehr ausgelegt. Die Belastung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesteigert. So fahren mittlerweile täglich 68.200 Fahrzeuge über die Brücke im Autobahnkreuz Dortmund-Witten, darunter 6800 Lkw. Tendenz steigend.

Der Lkw-Verkehr, heute im Vergleich zu 1969 deutlich höher, beanspruche die Straßen am stärksten: Ein einziger Lkw mit zweimal zehn Tonnen Achslast habe die gleiche Zerstörungswirkung auf die Straßen wie 60.000 Pkw. Und nach aktuellen Prognosen soll sich der Güterverkehr in NRW bis 2050 noch einmal um rund 80 Prozent steigern.

Autobahnkreuz wird zum Dreieck

Darum kontrolliert eine eigens dafür eingerichtete Projektgruppe von Straßen.NRW aktuell ältere und besonders belastete Brücken. Statische Mängel sollen aufgedeckt und rechtzeitig behoben werden. Von den bis April 2019 in NRW geprüften und von Experten nachgerechneten 601 Bauwerken weisen 358 Mängel auf, sagt Straßen.NRW. So auch die Brücke im Kreuz Dortmund/Witten.

Dort wird die Parallelfahrbahn wohl noch eine ganze Weile lang nicht vollständig befahrbar sein. Denn ein Umbau von Autobahnkreuz und Brücke ist erst für das Frühjahr 2020 geplant. Bis dahin entlaste die Sperrung die Brücke, heißt es. Abschluss der Arbeiten soll Ende 2021 sein.

Das Autobahnkreuz wird außerdem zurückgebaut. Es soll seine Kleeblattform verlieren, stattdessen entsteht eine direkte Verbindung der beiden Autobahnen – und das Kreuz wird zum Autobahndreieck. Die Kleeblattform war 1969 gewählt worden, um die A44 in Richtung Unna erweitern zu können. Neuere städtebauliche Entwicklungen lassen das aber nun nicht mehr zu, sodass die umständliche Verkehrsführung vereinfacht werden kann, so der Straßenbaubetrieb.

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