So viele Menschen hat der Westenhellweg seit Monaten nicht gesehen. Das Einkaufskonzept Click & Meet scheint bei den Dortmundern gut anzukommen. © Schaper
Click & Meet

Start fürs Termin-Shopping in Dortmund – Wie kommt das an?

Click & Meet nennt sich das Einkaufskonzept, das den Einzelhändlern eine Chance geben soll, ihre Geschäfte schon jetzt wieder zu öffnen. Wie kommt das bei den Kunden an? Ein Rundgang zum Auftakt.

Shopping per „Click and Meet“ – seit Montag (8.3.) ist das in den deutschen Innenstädten möglich. Beim Corona-Gipfel am vergangenen Mittwoch haben sich Bund und Länder auf eine Öffnung des Einzelhandels geeinigt. Es darf in Dortmund schon jetzt wieder eingekauft werden, da die Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 liegt – allerdings nur mit Termin.

Menschenmassen in der Dortmunder Innenstadt

Montagmittag in der City: So viele Menschen hat der Westenhellweg seit Monaten nicht gesehen. Trotz grauem Himmel tummeln sich viele Kunden auf der Dortmunder Einkaufstraße. Viele von ihnen mit Einkaufstüten in der Hand. Ein ungewohntes Bild in der Lockdown-Welt.

Die meisten großen Geschäfte auf dem Westenhellweg haben geöffnet. Nur Peek und Cloppenburg scheint beim Einkaufen mit Termin nicht mitzumachen. Zwei einkaufsfreudige Dortmunder stehen vor verschlossenen Türen. Drinnen dekoriert eine Verkäuferin das Schaufenster. Auch bei Vero Moda und Jack and Jones bleiben die Türen am Montag noch verschlossen.

Terminshopping kostet Zeit

Der Modeladen Zara scheint besonders beliebt. Vor dem Geschäft hat sich eine lange Schlange gebildet. Ein Mitarbeiter lässt sich auf den Smartphones der Kunden die Terminbestätigungen zeigen und gleicht sie ab. „Er findet meinen Termin nicht“, lacht ein wartender Dortmunder, „obwohl ich hier die Bestätigung habe“. Einkaufen darf er trotzdem. Auch wenn das bedeutet, dass er Geduld mitbringen muss.

„Das macht keinen Spaß, hier in der Schlange zu stehen“, meint der Dortmunder. Optimal sei das nicht. Eine halbe Stunde hat er schlussendlich Zeit, wenn er den Laden betreten hat. Nicht viel, um die Kleiderstangen zu durchstöbern.

Das Terminshopping kostet (Warte-)Zeit – muss aber nicht unbedingt geplant sein. Dass es auch kurzfristig geht, zeigt das Beispiel von Nadine Hinzmann. Den Click & Meet-Temin hat sie soeben spontan gebucht. „Ich habe einfach den QR- Code am Laden gescannt“, berichtet sie. Ein paar Minuten später darf sie den Laden betreten und mal wieder durch die Geschäfte bummeln. „Das hat echt gefehlt“, meint die Dortmunderin, „online kann man es nicht in die Hand nehmen“.

Ein bisschen Normalität

„Click & Meet“ das neue Konzept scheint bei den Dortmundern anzukommen. „Ich glaube dass es Menschen gibt, die das jetzt brauchen“, meint Kundin Petra Emig. Als „einen ersten Schritt“ beschreibt sie das Terminshopping. „Das gibt ein Stück weit auch Hoffnung“, sagt die Dortmunderin. Hoffnung auf ein „normales“ Einkaufserlebnis ohne Termin und lange Schlangen. Bis dahin müssen sich die Dortmunder mit dem Einkaufen nach Termin begnügen. Das kommt aber scheinbar schon ganz gut an.

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