Stadtverwaltung entdeckt das Potenzial von eSport für Dortmund

dzSport am Computer

Schalke praktiziert ihn bereits, der BVB spielt nicht mit, aber die Stadt Dortmund hat jetzt den Trend für sich entdeckt: eSport - Sport am Computer, aber ohne Bewegung.

Dortmund

, 04.10.2018, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter Sport versteht man in erster Linie körperliche Betätigung. „eSport“ steht für elektronischen Sport, und der wird meist am Computer oder mit Spielekonsolen ausgetragen. Die Athleten des Digitalzeitalters klicken Maustasten und lassen die Daumen rasant Gamepads drücken. Wettbewerbsmäßiges Videospielen wird immer populärer. Das Deutsche Fußballmuseum war in diesem Frühjahr Austragungsort des Finalturniers der virtuellen eSports-Bundesliga.

Dortmund - erst jüngst als digitalste Stadt Deutschlands ausgezeichnet - hat jetzt auch „die guten Chancen in der aktuellen Entwicklung des eSports in der Gesellschaft erkannt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Man wolle sich dezernats- und ämterübergreifend weiter mit dem Thema auseinandersetzen, kündigte Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann an.

Verwaltung will Thema eSports koordinieren

Im Ratsausschuss für Kultur, Sport und Freizeit stand eSport im September auf der Tagesordnung. eSport ist noch keine mit Vereins- und Verbandsrecht anerkannte Sportart und deshalb nicht förderfähig. Doch wegen der steigenden Anerkennung des eSports in der Gesellschaft und des veränderten Sport-, Freizeit- und Kulturverhaltens wird die Verwaltung das Thema nun koordiniert aufgreifen.

Eingebunden werden die Verwaltungsbereiche Kultur, Jugend, Sport, Gesundheit, Wirtschaft und Digitales. Am Ende könnten dabei konkrete Projekten herauskommen, sofern sie in die Gesamtstrategie „Smarte Stadt Dortmund“ passen und ein Beitrag zur Digitalisierung Dortmunds sind. Das neu eingeführte Chief Information/Innovation Office (CIO) wird das zu prüfen haben.

Arbeitsgruppe bereitet Tagung vor

Die ämterübergreifende Arbeitsgruppe wird eine Tagung zu eSport in Dortmund vorbereiten zusammen mit örtlichen eSportvereinen, Wissenschaft, Wirtschaft und der Politik. Die Tagung soll der Information und dem Austausch dienen.

In Dortmund gibt es bereits den Verein „Dortmund eSports“ mit einem realen Vereinsheim in Marten. Auch der TSC Eintracht bereitet eine eigene eSports-Abteilung vor. Beim FC Schalke und dem VfL Bochum existieren wie auch in anderen Bundesliga-Vereinen bereits eSport-Teams. Der BVB dagegen setzt mehr auf den realen Fußball, kooperiert aber mit Herstellern aus der Spieleindustrie.

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Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist Radfahrer, Schwimmer - und Schachspieler. Schach - im Gegensatz zu eSports eine anerkannte Sportart - hat mit eSport etwas gemeinsam. Um es mit Sieraus Worten zu sagen: „Das ist Bewegung auf den Synapsen.“

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