Stadterneuerer sammeln Millionen Euro für Dortmund ein und erhalten jetzt ein eigenes Amt

dzStadtverwaltung

Millionen Euro fließen nach Dortmund, um Quartiere und Stadtteile umzuwandeln und aufzuhübschen. Die Stadterneuerer wissen, wo die Fördertöpfe stehen. Jetzt bekommen sie ein eigenes Amt.

Dortmund

, 06.11.2018, 04:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihr Einfluss ist an vielen Stellen des Stadtgebietes sichtbar. Von der „Hörder Mitte“ über die Rheinische Straße und die Nordstadt bis nach Westerfilde und Bodelschwingh: Mit einem Bündel an Maßnahmen und Konzepten versuchen Dortmunds Stadterneuerer, vernachlässigte Quartiere aufzuhübschen, Investitionen loszueisen und Stadtteile, die noch heute unter dem Strukturwandel leiden, auf Vordermann zu bringen. Das alles kostet viele Millionen Euro.

Die Stadterneuerer dürfen sich zugute halten, mit Erfolg alle möglichen Fördertöpfe von Bund, Land und Europäischer Union (EU) anzuzapfen: Die aktuellen Dortmunder Programme haben ein Finanzvolumen von insgesamt 121,5 Millionen Euro. Allein für 2017 liegen bislang Förderbescheide für neun Millionen Euro vor. Und die Aufgaben nehmen zu.

Vier neue Planstellen notwendig

Aus diesem Grunde sollen die Stadterneuerer aus dem bisherigen, 111 Mitarbeiter starken Amt für Wohnen und Stadtentwicklung herausgelöst werden und ab Januar 2019 ein neues, eigenständiges Amt bilden. Es soll mit rund 54 Mitarbeitern starten. Für die neue Organisation werden insgesamt vier neue Planstellen benötigt (darunter eine im Wohnungsamt). Je nach deren Besetzung, steigen die zusätzlichen Kosten von zunächst 120.000 Euro in 2019 auf knapp 260.000 Euro in 2022.

Das Geld ist gut angelegt, so die Botschaft der Verwaltung in ihrem Infopapier an die Politik. „Die Akquiseerfolge können sich sehen lassen“, heißt es darin. Mithilfe der Stadterneuerungsprogramme würden öffentliche Gelder investiert und Impulse gesetzt, denen wiederum private Investoren folgen.

Ein einziger Euro an Städtebaumitteln löst bis zu acht Euro an privaten und weiteren öffentlichen Folgeinvestitionen aus, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung errechnet. Ein Beispiel dafür ist die Belebung der Speicherstraße am Hafen: Die Stadt saniert die Infrastruktur, gestaltet den öffentlichen Raum und bringt mit dem Begegnungszentrum „Heimathafen Nordstadt“ in der Speicherstraße 15 das erste öffentliche Projekt auf den Weg. Die Folge: Private Investoren ziehen nach und legen eigene Investitionsvorhaben in der Speicherstraße auf.

Amt soll bundesweit von sich reden machen

Der Stadterneuerung sei es „vorbildlich gelungen“, über integrierte Konzepte Investitionen zu bündeln und Stadtteile zu stabilisieren, heißt es im Papier der Verwaltung. Die Aktivitäten der Stadt würden inzwischen „bundesweit wahrgenommen“. So seien allein für die Nordstadt in den vergangenen Jahren rund 44 Millionen Euro Fördermittel eingeworben worden. Mit dem Umbau der Wichlinghofer Grundschule in ein Stadtteil- und Bildungszentrum steht bereits die nächste Aufgabe ins Haus – ebenso wie mit der Entwicklung des fünf Kilometer langen Grünzugs „emscher nordwärts“ vom früheren HSP-Gelände bis nach Huckarde.

Offenbar soll das neue Amt auch helfen, die Arbeit der Dortmunder Stadtentwickler stärker ins Rampenlicht zu schieben: Die Dortmunder Stadterneuerung soll sich „bundesweit als strukturveränderndes und gestaltendes Element positionieren“, heißt es in dem Papier an die Politik. Die Leitung des Amtes übernimmt Susanne Linnebach, bislang Vize im Amt für Wohnen und Stadterneuerung.

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