„Stadt sollte günstige Taxifahrten für Konzerthaus-Besucher finanzieren“

dzKonzerthaus

Eine Konzerthaus-Besucherin wünscht sich, dass die Stadt Dortmund in Zukunft günstigere Taxifahrten zu Philharmonie finanziert. Einen Zuschuss hat sie bislang auch schon bekommen.

Dortmund

, 07.10.2019, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Ursula Kaminski aus Holzen in ein Konzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus geht, fährt sie am liebsten mit dem Taxi. Wenn sie sich das Taxi mit einer Freundin teilt, ist das für sie preislich auch zu stemmen.

Doch oft muss sie dann an jene denken, für die schon das Konzertticket eine echte Anschaffung ist, die sich die Kosten für ein Taxi aber absolut nicht leisten können. Und die, weil sie mit dem Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind, auch nicht ohne weiteres in die Bahn steigen können.

Für diese Menschen gab es bis vor Kurzem ein Angebot der Theater- und Konzertfreunde, dem Förderverein von Theater und Konzerthaus. Für nur ein paar Euro konnten Besucher der philharmonischen Konzerte mit dem Taxi zum Konzert fahren, die Mehrkosten zahlte der Verein aus Mitgliedsbeiträgen und Sponsorengeldern.

Umso enttäuschter war Ursula Kaminski, als sie vor einigen Wochen feststellen musste, dass es diese Vergünstigungen für Konzertgänger nicht länger gibt.

Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen

Denn der Verein hat den Service in Absprache mit den Dortmunder Philharmonikern eingestellt. Das teilt Vereinsvorsitzender Ulrich Wantia auf Nachfrage der Redaktion mit. „Der Aufwand, den wir dafür betrieben haben, stand in keinem Verhältnis zum Nutzen“, sagt er.

Wie Wantia erklärt, sei der Service aber nur von wenigen Konzert-Gästen genutzt worden. Außerdem: Die Zuschüsse seien für Hilfsbedürftige gedacht gewesen. Viele, die den Service genutzt hätten, hätten sich die Taxifahrt aber durchaus auch aus eigener Tasche leisten können.

In Abstimmung mit den Philharmonikern hätte man sich daher entschieden, den Service nicht weiter anzubieten.

Kann die Stadt einspringen?

„Es war ein Versuch“, sagt Wantia, der selbst noch nicht Vorsitzender war, als der Service beschlossen wurde. Man wolle sich wieder verstärkt auf das Kerngeschäft des Vereins konzentrieren. „Uns geht es darum, das Theater zu unterstützen“, erzählt Wantia. „Ideen einzubringen und Sponsoren zu finden.“

Ursula Kaminski findet es schade, dass der Verein den Service eingestellt hat, hat aber auch eine neue Idee. „Ich würde mir wünschen, dass stattdessen die Stadt den Service anbietet“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. „Wenigstens für die Menschen, die nicht mobil sind.“

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