Stadt startet Testreihe zu Corona-Infektionen an Dortmunder Schulen

dzCorona und Grippe-Saison

Die Corona-Zahlen in Dortmund steigen. Und die Infizierten sind immer öfter Jugendliche. Das hat auch Folgen für die Schulen. Die Stadt hat dort eine neue Form von Corona-Tests gestartet.

Dortmund

, 05.10.2020, 19:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trotz steigender Infektionszahlen hält Dortmund noch Abstand zu den kritischen Grenzmarken bei der Infektionsrate. Doch es gibt gleich mehrere Punkte, die Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken Sorgen bereiten.

„In zwei Dritteln der Fälle ist der Übertragungsweg unbekannt“, berichtete er am Montag (5.10.) bei einer Pressekonferenz der Stadt. „Und es gibt eine eindeutige Verschiebung zu jüngeren Altersgruppen.“

Das Problem dabei: Junge Leute haben deutlich mehr Sozialkontakte und damit Menschen, die sie womöglich anstecken könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass Jüngere mangels Symptomen oft gar nicht wüssten, dass sie infiziert und damit mögliche Überträger des Coronavirus sind. „Viele sind infiziert, aber nicht krank“, sagt Renken.

Die Stadt zieht daraus Konsequenzen: Bereits seit Mitte September hat sie in Zusammenarbeit mit dem Reinoldus-Rettungsdienst ein „Testmobil“ im Einsatz, das zu Schulen fährt, an denen Infektionen aufgetreten sind, bestätigte Renken auf Nachfrage eine Mitteilung der Dortmunder Stadteltern.

Aktuell sei man mit einem Anhänger des Reinoldus-Rettungsdienstes unterwegs, in einigen Wochen solle dann aber ein anderes Testmobil zur Verfügung stehen.

Gemeinsam mit Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner informierte Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken über aktuelle Entwicklungen bei der Corona-Pandemie.

Gemeinsam mit Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner informierte Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken über aktuelle Entwicklungen bei der Corona-Pandemie. © Nick Kaspers

An den betroffenen Schulen sollen Schüler einer bestimmten Gruppe oder Schulklasse am ersten, sechsten und zwölften Tag getestet werden. Man habe bisher wenig valide Daten über das Einschleppen von Infektionen in Schulen, erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes.

Man sammele aktuell erste Daten, um dann Aussagen über verschiedene Kategorien von Kontakten und deren Gefährlichkeit für weitere Ansteckungen treffen zu können. Die Tests seien freiwillig, durch das Angebot vor Ort sei aber die Beteiligung höher.

Lob und Wünsche der Stadteltern

Bei den Stadteltern als Vertretung der Schulpflegschaften stößt das Vorgehen auf Beifall. „Wir sind dankbar, dass nun endlich dort umfangreich getestet wird, wo auch Infektionen auftreten können“, heißt es in der Mitteilung der Stadteltern, durch die das neue Vorgehen der Stadt bekannt wurde.

Sie fordern aber auch ein langfristiges Konzept. „Nach den Herbstferien brauchen wir einen nachvollziehbaren Fahrplan, was, wie und wann passiert“, fordert Thomas Minor als Gymnasialsprecher der Dortmunder Stadteltern.

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Auf Kritik stößt bei der Vertretung der Elternschaft das als wenig transparent empfundene Vorgehen bei der Information der Öffentlichkeit über Verdachtsfälle oder Infektionen an Schulen. Die Kommunikation laufe in der Regel über die Schulleitungen, erläutert Renken. Ein direkter Kontakt zu allen Eltern der Schule sei allein aus Zeitgründen nicht möglich.

Man versuche aber, die Öffentlichkeit in der Regel mit der täglichen Mitteilung zu den Corona-Fallzahlen über die Schließung von Schulklassen oder Kita-Gruppen zu informieren, verspricht Stadtsprecherin Anke Widow.

Eine weitere Sorge der Gesundheitsexperten betrifft die bevorstehende Grippesaison. Hier sei zu erwarten, dass Corona- und Influenza-Infektionen zusammenträfen, berichtet Renken. Und auch bei der klassischen Grippe gelten Kinder und Jugendliche als wichtige Überträger, die selbst aber weniger schwer erkranken.

Empfehlung zur Grippe-Impfung

Das Problem: Auch wenn es wünschenswert sei, dass sich auch Jüngere gegen Grippe impfen lassen, reichen die Impfdosen schlicht nicht aus, um die gesamte Bevölkerung zu versorgen.

Renkens Rat: „Alle Menschen ab 60 und Menschen mit Vorerkrankungen, die von einem besonders schweren Verlauf der Krankheit betroffen wären, sollten sich gegen Grippe impfen lassen.“

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