Verletzt beim Fußballspiel mit Kollegen – Ist das ein Arbeitsunfall?

dzArbeitsleben

Eine Frau verletzt sich bei einem Fußballturnier, zu dem sie ihr Arbeitgeber geschickt hat. Kein Arbeitsunfall und nicht versichert, sagt die Genossenschaft. Das Dortmunder Sozialgericht hat entschieden.

Dortmund

, 18.02.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Tierpflegerin zieht vor Gericht, nachdem ihr bei dem Fußballturnier eines Zooverbandes die Kniescheibe rausgesprungen war. Die zuständige Berufsgenossenschaft sah darin keinen Arbeitsunfall. Denn in diesem Fall wäre die Frau von der gesetzlichen Unfallversicherung entschädigt worden.

Die Begründung der Genossenschaft: Das Fußballspielen war weder der Hauptberuf der Klägerin, noch handelte es sich bei dem Turnier um Betriebssport.

Über diesen Fall hat nun das Dortmunder Sozialgericht entschieden.

Gericht: Fußballspielen hat mit Tierpflege nichts zu tun

Die Richter sehen es ähnlich wie die Genossenschaft: Das war kein Arbeitsunfall. Fußballspielen habe mit den Pflichten und Rechten der Frau - der Pflege von Tieren - nicht viel zu tun, heißt es im Gerichtsurteil. „Zwar sei die Klägerin durch ihren Arbeitgeber zur Teilnahme an dem Fußballturnier motiviert worden“, heißt es weiter in dem Urteil. Eine verbindliche Anweisung durch den Arbeitgeber habe es aber nicht gegeben.

Daran ändere auch die Tatsache, dass der Arbeitgeber der Pflegerin ein Trikot zur Verfügung gestellt, die Dienstreise genehmigt und Dienstwagen sowie Unterkunft bereitgestellt hat.

Nur die Erwartungshaltung eines Arbeitgebers, dass der Arbeitnehmer an Turnieren wie diesen teilnimmt, mache die Teilnahme noch nicht zum Betriebssport, so das Gericht.

Den Angaben nach hatte der Arbeitgeber der Klägerin vor dem Turnier versichert, dass sie durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert sei. Das war aber nicht der Fall - und half der Frau deshalb vor Gericht auch nicht.

Turnier war kein Betriebssport

Dass die Teilnahme am Turnier vor Gericht nicht als Betriebssport durchging, liegt laut dem Gericht unter anderem daran, dass es sich um keine regelmäßige Aktivität gehandelt habe. Außerdem habe der vorgeschriebene „Ausgleichszweck“, den Betriebssport vorweisen muss, gefehlt.

Um von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt zu werden, muss Betriebssport nämlich einen körperlichen oder geistigen Ausgleich zur Tätigkeit im Betrieb darstellen. Das konnte das Sozialgericht hier nicht erkennen.

Und auch das Argument, dass das Fußballturnier für die Pressearbeit des Unternehmens verwendet wurde, lässt das Gericht nicht gelten.

Weder beim Sozialgericht noch bei der Stadt Dortmund ist genaueres über die Klägerin oder den Zoo, für den sie arbeitet, zu erfahren. Beide Stellen verweisen auf den Datenschutz.

Als es im Urteil um die Pressearbeit des Zoos geht, wird allerdings auch ein Mitarbeiter des Zoos erwähnt, der außerdem freier Mitarbeiter der Ruhr Nachrichten ist - zumindest ein Indiz, dass es sich um den Dortmunder Zoo handeln könnte.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Video-Chorperformance
Gänsehaut-Video: 50 Musiker singen in Dortmunds erstem „Mosaik-Chor“