Dieser Hubschrauber ist häufig am Dortmunder Himmel zu sehen: "Christoph 8" ist in Lünen stationiert. © Kevin Kindel
Einsatz-Bilanz

So häufig mussten Dortmunds Rettungshubschrauber 2020 abheben

Von ihrem Arbeitsplatz haben sie die beste Aussicht überhaupt - aber selten Zeit, sie zu genießen. Die Teams der Rettungshubschrauber, die in Dortmund unterwegs sind, ziehen eine Bilanz.

Christoph ist immer im Einsatz, wenn es in Dortmund um Leben oder Tod gehen könnte. Oder wenn sonst niemand so schnell da sein könnte wie er. Am Dienstag (3.8.) war er auf der B236 zu sehen, als ein Kranwagen gegen eine Brücke krachte. Und zwei Tage später stand er vor dem Hauptbahnhof, wo es einen internistischen Notfall gegeben hatte.

Bei solchen Einsätzen handelt es sich nicht immer um denselben Christoph, denn es gibt zwei mit diesem Namen, die in Dortmund unterwegs sind. Die Rede ist von den beiden Rettungshubschraubern, die bei Unfällen oder anderen Notarzt-Einsätzen angefordert werden können.

„Christoph Dortmund“ heißt der rot-weiße Helikopter der DRF Luftrettung, der am Flughafen stationiert ist. Und dann gibt es noch seinen gelben Verwandten, „Christoph 8“, vom ADAC, der in Lünen beheimatet ist.

DRF steht für „Deutsche Rettungsflugwacht“. 448 Mal ist der rote Hubschrauber im vergangenen Jahr von Dortmund aus gestartet, um schwer kranken oder verletzten Menschen zu helfen. Darunter waren auch Transportflüge von beatmeten Covid-Patienten, die auf speziellen luftdicht verschlossenen Tragen transportiert worden sind. „Schneewittchensarg“, nennt einer der Piloten diese medizinische Ausrüstung. Offiziell heißen sie „Epi Shuttle“.

Herz-Erkrankungen machen großen Anteil aus

Solche Einsätze sind für die zweiköpfige Besatzung – bestehend immer aus Piloten und Notärzten – übrigens gar nicht mal so neu. Schon vor der Corona-Pandemie hat es schließlich Transporte von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten gegeben.

Bei 21 Prozent aller DRF-Verdachtsdiagnosen deutschlandweit handelt es sich übrigens um Erkrankungen des Herzens. Neurologische Erkrankungen, etwa mit Hirnblutungen, machen weitere 18 Prozent aus. Verkehrsunfälle sind im vergangenen Jahr die Ursache für 11 Prozent der Flüge gewesen.

Der gelbe Lüner ADAC-Helikopter ist im vergangenen Jahr sogar zu 1002 Einsätzen aufgebrochen – mehr als doppelt so häufig als sein roter Verwandter. 67 dieser Einsätze waren Vorfälle in Dortmund, berichtet ADAC-Sprecherin Anne-Sophie Barreau auf Anfrage. Beide Helikopter waren damit insgesamt etwa viermal pro Tag unterwegs.

In fast ganz NRW sind die Hubschrauber im Einsatz, ein 50 Kilometer entferntes Ziel wird laut ADAC in etwa 15 Minuten erreicht. Mehrere Millionen Euro teuer ist jeder Hubschrauber, auch durch seine spezielle Ausstattung.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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