So geht es mit der Sanierung des alten Wasserturms weiter

dzLanstroper Ei

Wie geht es dem bekanntesten Ei Dortmunds, dem Lanstroper Ei? Im Mai fiel der Startschuss für die Sanierung. So richtig losgegangen ist es zwar noch nicht – aber es tut sich trotzdem etwas.

Lanstrop

, 28.10.2018, 15:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arbeiter, Hubsteiger, Holzwerkzeug: Es herrscht Baustellenatmosphäre an dem Bauwerk, das streng genommen gar nicht eiförmig ist und auch nicht in Lanstrop liegt. Fachleute der Zimmerei Frey sind hier in wichtiger Sache im Einsatz.

„Wir bauen Bühnen in die verschiedenen Ebenen, auf denen dann die Arbeiten am Stahlgerüst möglich sind“, sagt Christian Frey, Inhaber des Unternehmens aus Wickede. Seine Mitarbeiter, die sonst Dächer oder andere Holzkonstruktionen bauen, arbeiten hier in bis zu 40 Metern Höhe, angegurtet und ohne stützende Wandkonstruktion. „Es ist schon ein besonderer Auftrag“, sagt Christian Frey.

Lanstroper Ei soll für die Zukunft erhalten werden

Sein Team leistet wichtige Vorarbeiten für das eigentliche Ziel: Den ehemaligen Wasserturm, der einst die Menschen und Zechen im Dortmunder Nordosten versorgte, für die Zukunft zu erhalten. Das soll in zwei Bauabschnitten passieren. Erst wird das Stahlgerüst saniert. In einem zweiten Schritt wird dann der eigentliche Stahlbehälter wieder wetterfest gemacht.

„Wir sind froh und glücklich, dass es überhaupt losgeht“, sagt Bruno Schreurs, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Lanstroper Ei. Allerdings fügt der Fördervereinsvorsitzende Bodo Champignon schnell hinterher: „Es ist ein holpriges Verfahren. Wir wollten im Herbst schon weiter sein und mit der ersten Maßnahme fertig sein.“ Denn im vergangenen halben Jahr lief manches anders als geplant.

Probleme mit einem Unternehmen sorgen für Verzögerungen

Ein für den Gerüstbau angeworbenes Unternehmen aus Sachsen-Anhalt habe sich nicht an Absprachen gehalten. Die Kosten für die Sanierung waren ursprünglich mit insgesamt zwei Millionen Euro veranschlagt. Nach Aussage des Fördervereinsvorstands liegen sie mittlerweile höher, was an der allgemeinen Preissteigerung im Baugewerbe liegt.

Insgesamt sei das Tempo im Prozess langsamer, als man es beim offiziellen Startschuss im Mai erwartet hatte. „Aber ohne Optimismus würden wir das als Förderverein schon lange nicht mehr machen. Deshalb machen wir weiter“, sagt Bodo Champignon. Die Reaktion von Menschen aus Lanstrop und anderen Dortmunder Stadtteilen bestärkt die Fördervereinsmitglieder in ihrem Tun. Zuletzt gab es etwa am Tag des offenen Denkmals Anfang September viele positive Reaktionen darauf, dass die lange diskutierte Sanierung nun endlich angegangen wird.

Angehende Handwerker aus Körne werden den Stahl sanieren

Die Zimmerei Frey wird ihre Arbeit in den nächsten Tagen abschließen. Die Arbeitsbühnen können in beiden Bauabschnitten genutzt werden. Innerhalb der nächsten zwei Wochen werde dann die Entscheidung fallen, ob die Arbeiten auch in den Wintermonaten weiterlaufen können. Für die Sanierung der Stahlkonstruktion arbeiten die Stadt Dortmund als Eigentümerin und der Förderverein Lanstroper Ei mit dem Technischen Ausbildungszentrum in Körne zusammen.

Das Ende der Sanierung liegt noch in weiter Ferne

Und wann bekommen wir alle nun ein frisches Ei zu sehen? „Ich habe mir abgewöhnt, etwas zu Zeitfenstern zu sagen“, meint Bruno Schreurs.

Zwischen dem heutigen Stand und dem sanierten Lanstroper Ei, wie es einmal aussehen soll, liegen jedenfalls noch viele Schritte. Über den Rat der Stadt Dortmund und verschiedene Fördermittel gibt es aber zumindest finanziell eine gewisse Absicherung.

Die Sanierung des Wasserturms Lanstroper Ei ist auch Teil des Projektkatalogs von „Nordwärts“. Hierin bündelt die Stadt Dortmund verschiedene Aktivitäten, um die nördlichen Stadtteile Dortmunds aufzuwerten. Im Stadtbezirk Scharnhorst gibt es insgesamt 30 Nordwärts-Projekte.

Eine kurze Chronik des Bauwerks
  • Die Dortmunder Stahlbaufirma August Klönne hat den Turm 1904 und 1905 gebaut. Auftraggeber waren die Städtischen Gas- und Wasserwerke Unna.
  • Bis 1980 war der Wasserturm in Betrieb und diente zur Versorgung der Orte Lanstrop, Derne, Mengede, Brambauer und sowie Teilen von Lünen.
  • Bei dem Wasserhochbehälter handelt es sich um einen sogenannten Barkhausen-Behälter. Das Lanstroper Ei ist der einzig bekannte erhalten gebliebene Hochbehälter dieses speziellen Bautyps im Ruhrgebiet.
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