Skandal um Werner Hansch: Durfte Wolfgang Bosbach ihm das Geld überhaupt leihen?

Betrugsvorwürfe

Mitglieder von Wolfgang Bosbachs Sicherheitskommission wollen wissen, warum der CDU-Politiker Werner Hansch 5000 Euro lieh. Der wollte damit angeblich einen Unfall ohne Polizei regeln.

Dortmund

, 14.02.2020, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Skandal um Werner Hansch: Durfte Wolfgang Bosbach ihm das Geld überhaupt leihen?

Eine Anzeige des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach gegen Sportreporter Werner Hansch macht die Opposition des Politikers stutzig. © dpa

Nachdem Wolfgang Bosbach Anzeige gegen Sportreporter Werner Hansch gestellt hat, muss der CDU-Politiker nun selbst Rede und Antwort stehen.

Ausgerechnet in der Bosbach-Kommission, die der Politiker selbst leitet, soll er erklären, warum er Werner Hansch 5000 Euro geliehen hat. Schließlich soll Hansch offen zugegeben haben, das Geld zu benötigen, um einen Unfall unter Alkoholeinfluss zu vertuschen.

Bosbach hatte Hansch angezeigt, weil der bisher nur einen Teil seiner Schulden zurückgezahlt hat. Die Dortmunder Staatsanwaltschaft ermittelt.

Jetzt lesen

Die SPD hingegen sagt, dass Bosbach dem Sportreporter geholfen habe, „eine Straftat an der Polizei vorbei zu regeln“ - und fordert, dass er sich aus der Sicherheitskommission der Landesregierung zurückzieht.

Bosbach: Von Alkohol war keine Rede

Bosbach verteidigte sich am Freitag im „Express“: „Herr Hansch hat mir nicht gesagt, dass der Unfall auf zu viel Alkohol zurückzuführen war. Er hat mir nur gesagt, er hätte was getrunken gehabt und wolle die Sache ohne Polizei regeln.“

Diesen Unfall hat es übrigens nie gegeben. Bosbach will das aber erst später herausgefunden haben. Für SPD-Fraktionsvize Sven Wolf unerheblich: „Herr Bosbach ging davon aus, dass es den Unfall gab, als er die 5000 Euro übergeben hat“, wird er von der dpa zitiert.

Die Polizei aus einem Unfall herauszuhalten ist allerdings keine Straftat, wie der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke auf dpa-Anfrage erklärt. Somit gebe es auch keine Straftat, an der sich Bosbach hätte beteiligen können.

Hansch hat seinen Schulden inzwischen beglichen

Dementsprechend sagte auch Hanschs Anwalt Alfons Becker am Freitag der dpa, es sei unerheblich, ob der Unfall wirklich stattgefunden habe. Juristisch relevant für den Betrugsvorwurf sei die Frage, ob Hansch von vornherein klar gewesen sei, dass er die 5000 Euro nicht rechtzeitig an Bosbach zurückzahlen könne.

Gegen diesen Vorwurf habe er aber „nach bisherigem Kenntnisstand Bedenken“, sagte Becker. Hansch habe mit „sicheren Einnahmen in den kommenden Wochen und Monaten“ nach dem Darlehen gerechnet - damit hätte Hansch Bosbach auch wie geplant ausbezahlen können. Die 5000 Euro hat Bosbach nach eigenen Angaben erst seit einigen Tagen wieder. Hansch selbst wollte sich auf dpa-Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern.

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen nach Angaben eines Sprechers weiter gegen Hansch. Gegen Bosbach werde aktuell nicht ermittelt.

Mit Material von dpa

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Treffen in Dortmund
Dortmunder Detektiv über Hanau-Attentäter: „Er hat mir aus seinem Manifest vorgelesen“
Hellweger Anzeiger Gedenken an Hanau-Opfer
SPD-OB-Kandidat Westphal fordert Beobachtung der AfD durch Verfassungsschutz
Meistgelesen