Die Angeklagte hat die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. © Martin von Braunschweig
Landgericht Dortmund

Sexualisierte Gewalt gegen den eigenen Sohn: Mutter muss ins Gefängnis

Eine 38-jährige Frau ist vom Landgericht Dortmund zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Sie soll ihren Sohn missbraucht haben, als sie noch in Berghofen wohnte.

Die Angeklagte hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bis zuletzt bestritten. Ihr Verteidiger forderte in seinem Plädoyer deshalb auch einen Freispruch. Erfolg hatte er damit jedoch nicht.

Sohn als Zeuge vernommen

Die Richter hatten am Ende keinen Zweifel an der Schuld der Frau. Spätestens nachdem sie den Sohn der Angeklagten als Zeugen vernommen und ihn als absolut glaubwürdig eingestuft hatten, führte kein Weg an einer Verurteilung der 38-Jährigen vorbei.

In der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig sogar: „Wir sind davon überzeugt, dass diese sechs Taten nur die Spitze eines Eisbergs darstellen.“ Die Übergriffe sollen sich zwischen 2011 und 2013 in der damaligen Familienwohnung in Berghofen ereignet haben. Mittlerweile lebt sie im Münsterland.

Revision wahrscheinlich

Die Staatsanwaltschaft war ursprünglich sogar davon ausgegangen, dass auch der zweite Sohn von seiner Mutter missbraucht worden war. Weil die Beweislage in diesen Fällen jedoch dünner waren, beschränkten sich die Richter am Ende auf die jetzt im Urteil stehenden sechs Fälle.

Die Angeklagte kann gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. Weil sie bis zuletzt zu keinem Geständnis bereit war, gilt dies als sehr wahrscheinlich. Dann müsste der BGH das Dortmunder Urteil auf Rechtsfehler überprüfen.

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