Seit 75 Jahren werden am Borsigplatz im DB Betriebswerk Züge gewartet

dzDeutsche Bahn

Das Betriebswerk der Deutschen Bahn am Borsigplatz ist 75 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass gewährte die Deutsche Bahn Einblicke hinter die Kulissen und in eine neue Regionalbahn.

Dortmund

, 08.11.2018, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 75 Jahren wendet sich die geschlauchte Lokomotive vertrauensvoll an ihn: Den Dortmunder Betriebsbahnhof, unweit vom Borsigplatz gelegen. Als eines von sieben Bahnbetriebswerken in NRW findet dort die Instandhaltung von Loks aus dem Nahverkehr statt. Nun feierte der Betriebsbahnhof, der 1943 gegründet wurde, Jubiläum.

Zum 75. Geburtstag des Werks erhielten 20 Leser der Ruhr Nachrichten exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Werks. Die Gewinner der RN-Verlosung wurden zu der Jubiläumsfeier der Deutschen Bahn eingeladen und bekamen neben einer Werksführung auch die Möglichkeit, einen der 20 neuen Regionalzüge der polnischen Firma Pesa zu besichtigen.

Neue Regionalbahn im Einsatz

Der ist erst seit wenigen Tagen, genauer seit dem 1. November im Einsatz, und befährt mehrere Strecken des Sauerlandnetzes. Und zur Instandhaltung fahren die Pesa-Loks natürlich auch in den Betriebsbahnhof in Dortmund.

Die Pesa-Flotte sollte eigentlich schon 2016 an den Start gehen, doch finanzielle Probleme beim Hersteller aus Bydgoszcz führten zu Verzögerungen. 20 Fahrzeuge wurden mittlerweile geliefert, 16 sollen bis zum Frühjahr noch hinzukommen. Die sogenannten Pesa Link-Fahrzeuge sind unter anderem mit Wlan und Ticketautomaten ausgestattet, außerdem sind die Züge barrierefrei gestaltet.

Die Regionalbahn, die auf einem Gleis im Betriebsbahnhof zur Besichtigung abgestellt wurde, roch bei der Feier am Donnerstag noch brandneu. Neugierig schauten sich die Gäste im Zug um, sogar einen Blick in die Fahrerkabine konnte man werfen. Neben regionalen Pressevertretern tummelten sich auch zahlreiche polnische Journalisten beim Empfang – das polnische Fernsehen berichtete ebenfalls über den neuen Zug.

Arbeit war früher dreckiger

Vom modernen Resa-Triebzug schlugen die Veranstalter der Deutschen Bahn aber auch einen Bogen zu den Anfängen des Betriebsbahnhofs 1943, als hier noch Dampflokomotiven gewartet wurden.

Seit 75 Jahren werden am Borsigplatz im DB Betriebswerk Züge gewartet

Regionalchef Andree Bach (2. v. r.) bei seiner Begrüßung zusammen mit Vertretern von Pesa und Deutsche Bahn. Im Hintergrund der neue Zug „Pesa Link“. © Dieter Menne

„Papa, wie lang sind 75 Jahre?“, habe ihn seine Tochter am morgen gefragt, erzählt der Chef der DB-Regionalleitung, Andree Bach, in seiner Begrüßungsansprache. Er habe ihr dann den Kontrast erklärt, zwischen der Werksarbeit in den 40er Jahren und heute.

Die Arbeit am Fuße des Wasserturms sei 1943 vor allem eines gewesen: dreckig. Job der Mitarbeiter war es damals nämlich unter anderem, die Aschekästen und Rauchkammern der Dampfloks, die bei ihnen einfuhren, zu reinigen. Eine rußige Arbeit.

Elektrifizierte Gleise und Züge

Seitdem haben sich nicht nur die Züge verändert, auch die Arbeit im Betriebsbahnhof musste angepasst werden. Als Ende der 50er Jahre die Dampflokomotive nach und nach von den Diesel- und E-Loks abgelöst wurden, mussten beispielsweise auch die Gleise im Werk „elektrifiziert“ werden, wie die Bahn in einer Chronik schreibt.

Seit 75 Jahren werden am Borsigplatz im DB Betriebswerk Züge gewartet

Der Betriebsbahnhof im Jahr 1962. Markant ist der Wasserturm, an dem das Werk noch heute liegt. © Archiv Deutsche Bahn

Auch neue Maschinen wurden hin und wieder angeschafft: Um die Jahrtausendwende bekam der Bahnhof eine Waschstraße für Züge, später kam eine neue Hebebockanlage hinzu. Die neue Anlage kann Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu 175 Tonnen stemmen.

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