Pit Richarz hat kuriose Geschichten von der Feuerwehr in einem Buch gesammelt. © Kevin Kindel
Makabere Geschichten

Schwiegermutter beißt Schwiegersohn die Nase ab

Der Alltag von Feuerwehrleuten kann rau sein. Was sie so erleben, hat Ex-Feuerwehrmann Pit Richarz zusammengetragen. Er erzählt die absurdesten und makabre Geschichten.

Eine Warnung gibt es in diesem Buch direkt in der Einleitung: „Für einen Nichtfeuerwehrmann sind einige Geschichten etwas makaber, denn der Feuerwehrhumor ist manchmal etwas deftiger.“ Erzählt werden Anekdoten, die Feuerwehrleute in ihren Einsätzen erlebt haben. Der Ex-Feuerwehrmann Pit Richarz hat sie gesammelt und in einem Buch zusammengefasst.

Das Buch ist online als PDF-Datei verfügbar. Eine erste Auflage erschien bereits 2012, nun hat Richarz eine neue Auflage mit vielen weiteren Geschichten ergänzt.

„Eigene, nacherzählte und übermittelte Geschichten“ seien in der Sammlung,

schreibt Richarz in der Einleitung zu seinem Buch. Einige der makabersten und absurdesten Geschichten aus dem Heft:

Geburt im Treppenhaus

Eine der ältesten Geschichten aus Richarz´ Buch ist etwa 60 Jahre alt. Damals hatten Feuerwehrleute kaum eine Ausbildung in Sachen Rettungsdienst.

Es galt damals das Prinzip: „Schnell in den Krankenwagen und schnell zum Krankenhaus.“

Das funktionierte bei einem Einsatz im Jahr 1960 nicht. Eine hochschwangere Frau aus der Nordstadt hatte den Rettungsdienst gerufen, weil sie kurz vor der Entbindung stand.

Um die Frau ins Krankenhaus zu bringen, blieb keine Zeit mehr. Schon im Treppenhaus war klar, dass die Geburt unmittelbar bevorstand. Und so musste einer der Feuerwehrleute die Rolle des Arztes übernehmen.

Glücklicherweise hatte dieser Feuerwehrmann kurz zuvor bei der Geburt seines eigenen Kindes zugesehen. Dass er das dabei Gelernte direkt in die Tat umsetzen müsste, hätte er aber nicht vermutet.

Abgebissene Nase

In den 1960er- und 70er-Jahren war die Feuerwehr, den Erzählungen nach, häufig in Kneipen im Einsatz. Dort sei es regelmäßig zu Schlägereien mit Verletzten gekommen.

An einem Abend sei eine Auseinandersetzung völlig außer Kontrolle geraten – eine Schweigermutter habe ihrem Schwiegersohn die Nase abgebissen. Nachdem ein Feuerwehrmann die Nase unter einem Tisch gefunden habe, fuhren sie den Verletzten ins Krankenhaus.

Einige Tage später seien die Feuerwehrmänner dem Mann zufällig wieder begegnet, als sie einen anderen Patienten ins Krankenhaus brachten. Zum Erstaunen der Feuerwehrleute sei es den Ärzten tatsächlich gelungen, die Nase wieder anzunähen.

Entlarvter Dieb

Miteinander gingen Feuerwehrmänner, den Geschichten nach zu urteilen, nicht immer zimperlich um. Als ein Feuerwehrmann gemerkt habe, dass ständig Schokolade aus seinem Spind geklaut wurde, hatte er eine Idee, wie er den Dieb entlarven könne.

Das nächste Mal als er Schokolade in seinem Spind gelagert habe, habe diese ein Abführmittel enthalten. Als beim nächsten Einsatz ein Kollege fehlte, war dem Feuerwehrmann klar, wer der Dieb war.

Übergriffige Patientin

Ein Feuerwehrmann erzählt von einem sehr ungewöhnlichen ersten Einsatz. Mit seinen Kollegen brachte er eine 90-Jährige von ihrer Wohnung ins Krankenhaus.

Auf dem Weg habe die Frau einen emotionalen Ausbruch gehabt und gesagt, sie werde sicher sterben und wolle noch ein letztes Mal in den Arm genommen werden. Der Feuerwehrmann kam dem Wunsch nach.

Doch damit habe sich die Patientin nicht zufrieden gegeben. Sie habe weiter Annäherungsversuche unternommen, das Knie des Feuerwehrmanns gestreichelt ihm zwischen die Beine gegriffen.

Die Situation habe sich schließlich wieder beruhigt, indem die Feuerwehrleute die Hände der Frau mit ihrem Bademantelgürtel zusammenbanden.

Das Buch ist online als pdf verfügbar.

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