Das Termin-Shopping „Click and Meet“ gibt es in Dortmund nicht mehr. Die Waren-Abholung „Click and Collect“ soll nach einem Bundes-Entwurf aber möglich bleiben. © Stephan Schütze
Corona-Krise

Schule bis Shopping: Das bedeuten die Bundes-Notbremsen-Pläne für Dortmund

Die bundesweiten Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen nun doch weniger streng ausfallen als geplant. In einem Punkt hat die Stadt Dortmund aber gerade erst etwas anderes beschlossen.

Distanzunterricht, Einkaufsbummel, Amateursport und Ausgangssperren gehören zu den zentralen Punkten, die im neuen bundesweit gültigen Infektionsschutzgesetz einheitlich geregelt sein sollen. Am Montag (19.4.) haben Abgeordnete von SPD und CDU/CSU Neuigkeiten zum Stand der Verhandlungen vorgestellt.

Demnach soll es Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 und 5 Uhr geben, Joggingrunden und Spaziergänge sollen aber bis Mitternacht erlaubt sein. Das Abholen bestellter Waren beim Einzelhandel („Click and Collect“) soll auch bei hohen Infektionszahlen möglich sein. Für Schulen ist die Pflicht zum Distanzunterricht ab der Corona-Inzidenz 165 geplant.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Stadt Dortmund beantragt, die Schulen bis zum Ende der Woche (25.4.) weitestgehend geschlossen zu halten – das Land NRW hat dem zugestimmt. Am Freitag (16.4.) hat Dortmund laut Robert-Koch-Institut die 165er-Marke überschritten. Inzwischen liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 199.

Die Sondergenehmigung für das Termin-Shopping „Click and Meet“ ist am Sonntag (18.4.) für Dortmund ausgelaufen. Seitdem ist in der Stadt nur noch das Modell „Click and Collect“, also die Bestellung und Abholung der Ware an der Tür oder am Fenster, möglich.

Unterschiedliche Vorstellungen beim Jugendsport

Unterschiedlich sind die Pläne von Stadt und Bundesregierung offenbar im Punkt Jugendsport. Dortmunds Krisenstabs-Chefin Birgit Zoerner hat am Freitag betont, dass das Mannschaftstraining komplett verboten werde. Für Amateure ist demnach nur Individualsport „allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands“ möglich.

Aus der Bundespolitik war am Montag nun zu hören, dass Kinder bis 14 Jahren weiter die Möglichkeit haben sollen, in Gruppen Sport zu treiben. Ein Grenzwert der 7-Tage-Inzidenz ist für diesen Bereich nicht genannt worden.

Eigene Pläne für eine Ausgangssperre hat die Stadt Dortmund bislang nicht verfasst. Die Verwaltung sei der Überzeugung, „dass für solche Maßnahmen ein Parlamentsgesetz notwendig ist“, hieß es zuletzt. Also wartet man diesbezüglich auf die bundesweiten Beschlüsse.

Sollten diese dann widersprüchlich sein zu einzelnen Aussagen der städtischen Allgemeinverfügung oder der NRW-Schutzverordnung, „überstimmt“ das Bundesgesetz die lokalen Regeln.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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