Schüsse am Ostentor: Täter und Opfer kannten sich - Haben Jugendliche die zweite Waffe?

dzPolizei sucht Jugendliche

Haben zwei Jugendliche eine Waffe des Mannes gefunden, der am Mittwoch in der Innenstadt einen anderen Mann angeschossen hat? Diese und andere Fragen beschäftigen die Polizei.

Dortmund

, 13.06.2019, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Fragen sind noch offen im Zusammenhang mit dem Gewehr-Schützen, der am Mittwoch (12.6.) an der Weißenburger Straße einen 32-jährigen Mann anschoss und schwer verletzte. Sicher ist: Der mutmaßliche Täter und sein Opfer kannten sich. Das bestätigte Staatsanwältin Sandra Lücke. Doch die näheren Hintergründe sind immer noch unklar. „Der Beschuldigte ist nicht vernehmbar“, so die Staatsanwältin. Er habe sich bei der Flucht verletzt. Nach einer Großfahndung wurde er am Mittwochabend in Eving festgenommen, am Donnerstagnachmittag wurde gegen ihn ein Haftbefehl wegen Verdacht des versuchten Mordes erlassen.

Bei dem Mann gefunden wurde eine „Langwaffe“, also ein Gewehr. „Doch es soll noch eine zweite Waffe gegeben haben“, sagte die Staatsanwältin am Mittwoch. „Die haben wir nicht.“ Die Polizei sucht deshalb nun nach zwei Jugendlichen, die sich am Mittwoch in einem Bus der Linie 452 oder 453 über den Fund einer Schusswaffe unterhalten haben. „Wir wissen nicht, ob sie wirklich eine Waffe gefunden haben oder ob das mit den Ereignissen zusammenhängt“, so die Staatsanwältin.

Zeugin hörte ein Gespräch mit

Eine Zeugin hatte das Gespräch der Jugendlichen im Bus mitangehört und dies bei der Polizei gemeldet. Jetzt hoffen die Ermittler, dass sich die beiden oder weitere Zeugen bei der Polizei melden.

Einen weiteren Aufruf hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagmittag herausgegeben, in der sie eine Twitter-Userin auffordern, sich zu melden. Doch

die Suche nach dieser Frau wurde schon eine Stunde später eingestellt. „Entgegen dieser ersten Meldung erfolgte bereits am gestrigen Mittwoch die Kontaktaufnahme der Polizei zur möglichen Zeugin und Twitter-Nutzerin“, hieß es in einer Korrekturmeldung. „Wir haben veranlasst, dass jemand mit ihr Kontakt aufnimmt“, erklärte Staatsanwältin Sandra Lücke.

Konfrontation kurz vor der Tat in der U43

Diese Zeugin, die bei Twitter unter @AlfimWesten firmiert, hatte kurz vor der Tat in der U43 eine Konfrontation mit dem mutmaßlichen bewaffneten Täter und nach ihren Angaben selbst zwei Mal die Polizei angerufen. Sie sei gegen 9.40 Uhr mit anderen Fahrgästen in eine Bahn der Linie U43 an der Kampstraße eingestiegen. „Mit uns auch ein Mann, der eine junge Frau nach dem Weg fragte und hektisch die Bahn verließ Richtung gegenüberliegendem Bahnsteig, um dann doch in letzter Sekunde noch in unsere Bahn zu steigen“, berichtete die Dortmunderin gegenüber unserer Redaktion. Ihren vollen Namen will sie aus Vorsicht nicht veröffentlichen.

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Magazin fiel aus der Tasche

In der Bahn sei der Mann der jungen Frau gegenüber „sehr unverschämt“ geworden und habe sie beschuldigt, ihr absichtlich die falsche Bahn genannt zu haben. Der Mann sei immer unverschämter geworden. An der Haltestelle Ostentor mischte sich dann „AlfimWesten“ ein und forderte den Mann auf, die Bahn zu verlassen. „Das tat er auch, wurde dann aber auch mir gegenüber sehr frech. An den Wortlaut erinnere ich mich nicht, alles ging sehr schnell.“ Doch dann brüllte der spätere Täter ihren Schilderungen nach: „Ich kann dir mal zeigen was ich in der Tasche habe“, und aus dieser Tasche fiel ein Gegenstand, der für die junge Frau aussah wie ein Magazin. Sie erzählt weiter: „Bis dahin war ich in der Tür stehen geblieben, weil ich damit gerechnet hatte, dass er ein Messer zieht oder Ähnliches und ich auf keinen Fall wollte, dass er die Bahn wieder betritt. Da hab ich dann echt angefangen zu zittern und war sehr froh, dass sich die Türen der Bahn schnell schlossen.“

Wenige Minuten später schoss der 33-Jährige offenbar an der Haltestelle Ostentor auf sein 32-jähriges Opfer.

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