Schüsse fallen, ein Mann bricht zusammen: Dramatische Szenen vor Herner Disko

dzGewalt

Vor einer Disko in Herne fallen plötzlich Schüsse. Mittendrin: ein Ex-“Bandido“ aus Dortmund – mit einer Waffe in der Hand. Die Angaben des mutmaßlichen Schützen zu dem Vorfall haben es in sich.

Dortmund/Bochum

, 09.12.2019, 13:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein: Im Sommer 2018 fielen vor einer Disko in Herne plötzlich Schüsse. Ein Mann wurde am Fuß getroffen, musste sofort operiert werden. Nun steht der Täter vor Gericht – es ist ein Ex-Rocker aus Dortmund.

Es war schon spät in der Nacht, als sich auf der Straße plötzlich tumultartige Szenen abspielten. Es wurde geschrien, beleidigt, geschubst. Dann wird zweimal geschossen. Ein Mann bricht zusammen.

„Die kamen alle auf mich zu“

„Ich hatte Angst, deshalb habe ich die Waffe gezogen“, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt am Bochumer Landgericht. „Die kamen plötzlich alle auf mich zu.“

Die Pistole hatte er nach eigenen Angaben erst ein paar Tage zuvor gekauft – illegal, am Hamburger Hauptbahnhof.

Das Opfer habe er gar nicht richtig gekannt. Und auch nicht treffen wollen. „Ich habe einmal in die Luft geschossen und dann auf den Boden.“ Es müsse also ein Querschläger gewesen sein, der den anderen Disko-Gast getroffen habe.

Worum es ging, will der 29-Jährige gar nicht wissen. „Mein Bruder hatte Stress. Da bin ich rausgegangen, um zu schlichten.“ Anlass war möglicherweise ein verrücktes Glas auf dem Tresen. Vielleicht ging es aber auch um eine Frau.

Waffe bis heute verschwunden

Der Angeklagte war noch am Tatort festgenommen worden. An Flucht hatte er gar nicht gedacht, was er auf seinen angeblich exzessiven Alkohol- und Kokainkonsum schiebt. „Ich habe offenbar nicht mehr richtig denken können.“

Die Waffe ist bis heute verschwunden. Wer sie ihm abgenommen hat, bevor die Polizei aufgetaucht ist, wolle er nicht sagen. Nur so viel: „Heute liegt sie im Wasser.“

Die Kugel war damals im Fuß des Opfers stecken geblieben und hatte im Krankenhaus herausoperiert werden müssen. Der 34-Jährige wohnt in Holland, hatte aber offenbar Bekannte in Herne. Ein anderer Mann hatte außerdem einen Streifschuss am Unterschenkel erlitten.

Bewährungsstrafe greifbar

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich wegen versuchten Totschlags ermittelt, den Vorwurf später aber auf gefährliche Körperverletzung reduziert. Mit einer Gefängnisstrafe muss der Angeklagte, der früher Vize-Präsident einer Untergruppierung des Rockerclubs „Bandidos“ war, nach seinem Geständnis wohl nicht mehr rechnen.

Das haben die Richter ihm bereits signalisiert. Von der Rocker-Gruppierung will sich der Dortmunder inzwischen getrennt haben. Angeblich hat er keine Zeit mehr für den Motorradclub. Der Prozess wird fortgesetzt.

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