Schmerzen, Ekel, Erniedrigung: Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen 52-Jährigen

dzSexuelle Übergriffe

In Dortmund und Bergkamen soll ein heute 52-Jähriger zwei Kinder jahrelang sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwältin machte klar: Ihr werde der Prozess in Erinnerung bleiben.

Dortmund

, 03.06.2020, 15:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach mehreren Wochen des Wartens konnten nun vor dem Landgericht endlich die Plädoyers im Missbrauchsprozess gegen einen 52-jährigen Mann gehalten werden.

Ab 1997 soll der Angeklagte über Jahre hinweg zwei Töchter seiner damaligen Lebensgefährtin sexuell missbraucht haben. Er bestreitet das. Staatsanwältin Alina Hildesheim machte in ihrem Schlussvortrag gleich klar, dass ihr dieses Verfahren vor der 31. Strafkammer wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Zum einen habe Verteidiger Manfred Heinz den Fortgang des Prozesses immer wieder hinausgezögert. Und zum anderen „habe ich selten erlebt, dass sich ein Angeklagter so teilnahmslos gezeigt hat wie in diesem Prozess“, so Hildesheim.

Aufgrund einer Vielzahl von Übergriffen, bei denen die Kinder Schmerzen, Ekel und Erniedrigung empfunden hätten, beantragte die Staatsanwältin fünf Jahre und drei Monate Haft.

Verteidiger Heinz konterte schließlich mit seinem Antrag, der allen Prozessbeteiligten auch vorher schon klar gewesen sein dürfte: Er forderte die Richter auf, seinen Mandanten aus Mangel an Beweisen freizusprechen. Die Zeuginnen, die inzwischen in Österreich leben, hätten sich viel zu häufig in entscheidenden Details widersprochen.

Wie das Gericht den Fall bewertet, wird sich beim Urteil Mitte Juni zeigen.

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