Schleuser-Razzia in NRW: Zwei Frauen in Dortmund festgenommen

Verdacht der Zwangsprostitution

Die Bundespolizei hat am Dienstag (23.6.) in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine großangelegte Razzia durchgeführt. Dabei wurde auch eine Wohnungen in Dortmund durchsucht.

Dortmund

, 23.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr als 250 Beamte der Bundespolizei waren bei der Großrazzia in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Einsatz - unter anderem auch in Dortmund.

Mehr als 250 Beamte der Bundespolizei waren bei der Großrazzia in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Einsatz - unter anderem auch in Dortmund. © Schaper (Symbolbild)

Mehr als 250 Beamte der Bundespolizei waren am Dienstag (23.6.) bei einer Großrazzia in mehreren deutschen Städten im Einsatz. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurden insgesamt acht Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Neben Dortmund zählten auch Essen, Köln, Mönchengladbach, Bonn und Clausthal-Zellerfeld zu den Einsatzorten. Dabei wurden vier Haftbefehle ausgestellt.

Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um vier chinesische Staatsangehörige, drei Frauen und einen Mann, im Alter von 28 bis 38 Jahren.

Zwei Frauen in Dortmund vorläufig festgenommen

Außerdem wurden bei den Durchsuchungen acht unerlaubt eingereiste Frauen angetroffen und vorläufig festgenommen. Dabei handelt es sich laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Bundespolizei und der zuständigen Staatsanwaltschaft in Aachen um mutmaßliche Prostituierte.

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In Dortmund waren im Verlauf der Razzia rund 15 Einsatzkräfte vor Ort. Sie durchsuchten eine Wohnung in der östlichen Innenstadt und nahmen dabei zwei weibliche Personen fest. Bei den beiden Frauen handelt es sich ersten Vermutungen der Bundespolizei zufolge um aus dem Ausland eingeschleuste Prostituierte.

Terminwohnungen wurden angemietet

Den vier tatverdächtigen Personen wird unterdessen vorgeworfen, in mindestens zehn Fällen chinesische Prostituierte vorwiegend über den Luftweg aus China und Spanien in das Bundesgebiet eingeschleust zu haben. Anschließend sollen die Frauen der Pressemitteilung zufolge in angemieteten Terminwohnungen ohne behördliche Erlaubnis sexuelle Handlungen gegen Entgelt vorgenommen haben.

Die Hauptbeschuldigten sollen für die gesamte Organisation von Reise, Einreise, Aufenthalt, Unterbringung bis hin zur Vermittlung, Buchhaltung und Abrechnung der entgeltlichen sexuellen Handlungen verantwortlich sein. Ihnen werden somit unter anderem die Tatbestände Zuhälterei und Zwangsprostitution vorgeworfen.

Zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt

Bei dem Einsatz in NRW und Niedersachsen konnten umfangreiche Beweismittel wie Mobiltelefone, Laptops und relevante Unterlagen sichergestellt werden, die auf weitere Fälle schließen lassen. Zudem wurden 15.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

Laut Bundespolizei werde man nun zunächst die vier beschuldigten Personen vernehmen. Anschließend sollen auch die acht vorläufig festgenommenen Frauen befragt werden. Außerdem werde man damit beginnen, die beschlagnahmten Beweismittel auszuwerten und auf mögliche Indizien hin zu überprüfen. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern somit vorerst an.

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