Hendrik Berndsen ist als Fraktionschef der SPD zurückgetreten. © SPD
Zoff in der SPD Dortmund

Rücktritt unter Tränen: Dortmunder SPD-Fraktionschef wirft sein Amt hin

Der Chef der SPD-Ratsfraktion, Hendrik Berndsen, hat überraschend sein Amt niedergelegt. Seinem Rücktritt gingen eine Menge Diskussionen innerhalb der Partei voraus.

Paukenschlag in der SPD-Ratsfraktion: Vormann und Fraktionschef Hendrik Berndsen hat bei einer digitalen Fraktionssitzung am Montag (19.4.), die bis tief in den Abend dauerte, seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Berndsen war erst im September 2020 zum neuen Fraktionschef gekürt worden.

Die SPD-Fraktion hat ein denkwürdiges Wochenende hinter sich: Am Samstag (17.4.) trafen sich die Genossen zu einer digitalen Klausur. Doch statt über Sachthemen zu diskutieren, verhakten sich die Teilnehmer in personellen Querelen. Es hagelte Rücktrittsankündigungen.

Viele SPD-Mitglieder wollen ihren Sitz räumen

Rund ein halbes Dutzend Mitglieder aus dem Fraktionsvorstand kündigten an, ihren Sitz zu räumen. Allen voran Silvya Ixkes-Henkemeier: Sie war erst im Herbst 2020 in den Rat gewählt worden und wurde auf Anhieb neben Carla Neumann-Lieven und Franz-Josef Rüther zur Fraktions-Vize gekürt. Diesen Posten hat sie jetzt nach rund sieben Monaten aufgegeben. Sie habe sich über „mangelnde Kommunikation“ beklagt – und darüber, von wichtigen Informationen abgeschnitten worden zu sein, wie Teilnehmer berichten

Auch Fraktionschef Hendrik Berndsen war in den vergangenen Tagen mehr und mehr unter Druck geraten. Hinter vorgehaltener Hand hatten sich viele Genossen über die “Unprofessionalität bei der Fraktionsführung” beklagt. Auf wichtige Fragen, etwa zum Grün-Schwarzen Arbeitsprogramm für Dortmund, habe es von der SPD keine Antworten gegeben. Berndsen zog am Montag (19.4.) die Konsequenzen – und erklärte bei der digitalen Sitzung unter Tränen seinen Rücktritt.

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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