Rot-weiße Figuren wurden am U-Turm zum Mahnmal der Corona-Krise

Kunst-Installation

Die Corona-Krise ist noch nicht überstanden, da hat sie in Dortmund schon ihr eigenes Mahnmal bekommen - zumindest temporär. 111 Schaufensterfiguren waren am Samstag am U zu sehen.

Dortmund

, 21.06.2020, 16:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
111 Schaufensterpuppen standen am Samstag am Fuß des U herum. Der Künstler sieht in der Installation ein "Corona-Mahnmal".

111 Schaufensterpuppen standen am Samstag am Fuß des U herum. Der Künstler sieht in der Installation ein "Corona-Mahnmal". © Künstler

Über 100 Schaufensterfiguren, von oben bis unten in rot-weißes Flatterband eingewickelt, waren am Samstag (20. Juni) im Park der Partnerstädte am Dortmunder U zu sehen. Wie eine - aktuell verbotene - Menschenansammlung standen sie in Grüppchen zusammen, als würden sie sich unterhalten und das sonnige Wetter genießen.

Dahinter steckt der Künstler Dennis Meseg, der mit seiner Installation „It is like it is“ aktuell durch Deutschland tourt. Am Samstag machte er mit seinem Corona-Mahnmal, wie er die Installation auch nennt, Halt in Dortmund.

Schaufensterpuppen als Symbol der Krise

„Ein winziges Virus, tausendmal dünner als ein menschliches Haar, hat geschafft, wovon die Großen und Mächtigen dieser Welt so gerne träumen: Es beherrscht alle Gedanken.“, schreibt der Künstler aus dem Rheinland über sein Werk.

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Die Installation „It is like it is“ soll das Unfassbare fassbar machen: „Schaufensterpuppen, zu Beginn des Jahres noch in den Auslagen der Geschäfte die überbordende Fülle lebensbejahender, bunter Kleidung präsentierend, stehen nun einförmig beieinander, nur noch unterscheidbar in ihrer Körpergröße und umgeben von einer Aura der Hoffnungslosigkeit.“

Das Flatterband soll das eingeschränkte Leben und die Beschneidung der Grundrechte, bedingt durch die Corona-Pandemie, dokumentieren.

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