Riesiger Grabstein-Stapel auf Hauptfriedhof sorgt für Irritationen - das steckt dahinter

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Ein Berg aus Grabsteinen türmt sich auf dem Hauptfriedhof auf - und sorgt bei vielen Spaziergängern für Stirnrunzeln. Was geht da vor sich? Wir haben nachgefragt.

Dortmund

, 06.09.2019, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Hauptfriedhof ist mit seinem üppigen Grün und einer Fläche von 118 Hektar einer der größten Friedhöfe in Deutschland - und ein beliebtes Ziel von Spaziergängern. Viele von ihnen wundern sich derzeit über einen riesigen Berg aus Grabsteinen, der sich auf einem Platz nahe der Schutzhütte am Südrand des Hauptfriedhofs auftürmt.

Und mancher ärgert sich auch darüber. „Warum wird so etwas Pietätloses gemacht?“, fragt ein Leser per Facebook. Denn auf vielen Grabsteinen sind noch Namen und Daten zu lesen.

Die Stadt als Betreiberin des Hauptfriedhofs nimmt sich die Kritik durchaus zu Herzen. Bisher sei es im Zusammenhang mit der Zwischenlagerung von ausgedienten Grabmalen noch nie zu Beschwerden oder Nachfragen aus der Bevölkerung gekommen, erklärt Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage.

Allerdings habe es bisher wohl auch noch nie einen so „hohen Lagerbestand“ gegeben.

Gräber mussten abgeräumt werden

In der Regel nach 20 Jahren, in Einzelfällen auch nach 25 oder sogar 40 Jahren, laufen die Belegungsrechte für Erdgräber aus. Sie müssen dann geräumt werden. In der Regel werden die Angehörigen der Verstorbenen angeschrieben und gebeten, Grabsteine und Grabschmuck zu entfernen.

Wenn die Angehörigen nicht reagieren, gehen die Grabmale in die Hoheit des städtischen Eigenbetriebs Friedhöfe Dortmund über, erklärt Christian Schön. In diesem Jahr waren das bislang 2500 Grabmale, die auf städtischen Friedhöfen abzuräumen waren, davon allein 640 auf dem Hauptfriedhof.

Aufträge an Fremdfirmen

Die Arbeiten würden über Ausschreibungen an Firmen vergeben - unterteilt in drei Aufträge, aufgeteilt nach Stadtbezirken. Zum Auftrag gehören der Abbau der Grabmale auf den Gräbern und der Transport zu einer Deponie.

Ein Recycling der ausgedienten Grabsteine ist nicht vorgesehen. Die Umarbeitung von Grabmalen zu einem neuen Grabmal oder zu Mauersteinen ist zu aufwendig, erläutert Schön.

Nach der aktuellen Beschwerde will die Stadt nun die Ausschreibung erweitern. Um Berge auf öffentlichen Wegen wie aktuell auf dem Hauptfriedhof zu vermeiden, werde künftig eine „pietätvolle Zwischenlagerung von größeren Mengen abgeräumter Grabmale“ mit in die Ausschreibung aufgenommen, kündigt der Stadtsprecher an. „Kurzfristig wird die zurzeit beauftragte Firma aufgefordert, die Grabmale abzutransportieren.“

Die Friedhöfe Dortmund seien übrigens bemüht, besonders außergewöhnliche Grabsteine zu erhalten, ergänzt Christian Schön. Die Grabmale würden dann nicht abgeräumt, sondern blieben auf der mit Rasen eingesäten Grabstätte stehen. Klar sei auch, dass nur Grabmale abgeräumt werden, die nicht unter Denkmalschutz stehen.

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