Der Angeklagte bat in seinem letzten Wort um Entschuldigung. © Martin von Braunschweig
Prozess am Schwurgericht

Rentner in Bövinghausen erstochen – Verteidiger: „Es war kein Mord“

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 66-jährigen Rentners in Bövinghausen widersprechen die Verteidiger dem Staatsanwalt. In ihren Plädoyers sprechen sie nicht einmal von Absicht.

Nachdem Staatsanwalt Henner Kruse für den 42-jährigen Angeklagten zuletzt 13 Jahre und neun Monate Haft und außerdem die zeitlich unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik gefordert hatte, hatten am Montag die Verteidiger das Wort.

Den Auftakt machte Rechtsanwalt Ralf Bleicher, der zwar einräumte, dass das Opfer durch einen Messerstich seines Mandanten zu Tode gekommen sei. Als Totschlag oder gar als Mord könne man die Tat aus Juni 2018 jedoch nicht werten. Grund: Der Angeklagte habe gar nicht das Ziel gehabt, den Rentner umzubringen. Die traurige Folge sei eher ungewollt eingetreten. „Es verbleibt also eine Körperverletzung mit Todesfolge“, so Bleicher.

„Möchte mich entschuldigen“

Einig sind sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft jedoch, was die Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie angeht. Der 42-Jährige leidet nach Ansicht eines psychiatrischen Sachverständigen an einem Eifersuchtswahn und außerdem an einer schweren Persönlichkeitsstörung. Diese Krankheiten können nur in einer Spezialklinik therapiert werden, hieß es am Montag in den Plädoyers.

Bevor die Richter am Donnerstag das Urteil sprechen, wollte auch der Angeklagte noch etwas sagen. „Ich möchte mich von Herzen entschuldigen“, sagte der 42-Jährige.

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