Auf dem Wilhelmplatz sind die Bänke zurück - Initiativen haben sie als Zeichen für Vielfalt bunt gestrichen. Auf einer der Bänke stehen die Namen der zehn Menschen, die von der rechtsextremen Terrorgruppe NSU ermordet worden sind. © Lukas Wittland
Anti-Rassismus

Regenbogen-Bänke auf dem Wilhelmplatz kurz nach dem Aufstellen beschädigt

Als ein Zeichen für Vielfalt sind in Dorstfeld am Donnerstag Regenbogen-Bänke aufgestellt worden. Kurz danach wurden sie auf dem bei Rechtsextremen beliebten Wilhelmplatz beschädigt.

Nur kurz standen die neuen Bänke in Regenbogenfarben auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld, da wurden sie beschädigt. Ein Foto bei Twitter zeigt am Samstag (25.9.) , wie eine der neuen bunten Bänke mit schwarzer Farbe beschmiert ist. Erst am Donnerstag waren die Sitzgelegenheiten nach einer Überarbeitung wieder auf dem Wilhelmplatz aufgestellt worden.

Die Polizei bestätigt den Vandalismus auf Anfrage dieser Redaktion. Demnach sei die Beschädigung am Samstagmorgen gegen 3.20 Uhr von Zivil-Polizisten festgestellt worden.

Bänke am Montag vollständig gesäubert

Vivianne Dörne vom Projekt Quartiersdemokraten, das in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen die Neugestaltung der Bänke geplant hatte, sagt am Montag, dass solche Beschädigungen „leider erwartbar waren“ und man deshalb speziellen Lack aufgetragen habe, der eine Reinigung erleichtere.

Die Bänke seien noch am Samstag zunächst so gereinigt worden waren, dass man die darauf stehenden Schriftzüge wie „eine sichere Bank gegen Extremismus“ wieder lesen könne. Am Montagmorgen seien sie dann vollständig gesäubert worden.

Rechtsextremen den Raum nehmen

„Es ist schade, dass das so unmittelbar nach dem Aufstellen der Bänke passiert ist“, sagt Dörne. „Wir werden sie aber immer wieder schnell reinigen.“ Die Wirkung sei wichtiger als die immer wieder erwartbaren Beschädigungen. Schon in den ersten Tagen habe sie positive Rückmeldungen von Dorstfeldern bekommen, die eine Aufwertung des Wilhelmplatzes wahrnehmen würden.

„Es geht darum, diesen Raum, den die rechtsextreme Szene vermeintlich für sich beansprucht, für die Zivilgesellschaft zurückzugewinnen, indem wir Angsträume abbauen“, erklärt Dörne. Die Reaktion der rechtsextremen Szene zeige nun wiederum, dass sie sich bedroht fühle.

„Solche Beschädigungen werden nie lange Bestand haben“

Die Polizei konnte noch keine Tatverdächtigen ermitteln. In einer Telegram-Gruppe der Rechten wurde am Tag, als die Bänke aufgestellt wurden, aber gefragt, ob jemand Lust habe, „den Wilhelmplatz gemeinsam umzudekorieren“. Ein Nutzer kommentierte, er habe noch Farben zu Hause.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gemeinschädlichen Sachbeschädigung. Welche Kosten die Beschädigung verursacht hat, konnte sie am Montag noch nicht beziffern. Die Sonderkommission Rechts hat die Ermittlungen übernommen.

Auch die Polizei sei sich dessen bewusst, dass es zu weiteren Beschädigungen der Bänke kommen könne, sagt Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt, macht aber auch deutlich: „Solche Beschädigungen werden nie lange Bestand haben. Wir haben den Bereich im Blick und uns vergeht die Motivation nicht, dort jedes Mal einzuschreiten.“

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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