Real-Mitarbeiter in Dortmund streiken am Freitag – aber nicht überall

dzÜbernahmepläne

Im Umfeld der geplanten Übernahme von Real durch eine Investorengruppe streiken am Freitag Mitarbeiter vieler Filialen. Auch Märkte in Dortmund sind betroffen. Was Kunden wissen müssen.

Dortmund

, 13.02.2020, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei der drei Dortmunder Real-Märkte bekommen es am Freitag (14.2.) mit dem landesweiten Streik der Handelskette zu tun. Mitarbeiter der Filialen werden am Protest in Düsseldorf teilnehmen.

Von dem Streik betroffen sind die laut Andreas Höer, Geschäftsführer des Real in Oespel, die Märkte in Aplerbeck (Schleefstraße 15) und Oespel (Indupark, Wulfshofstraße 6). Beide Märkte sollen allerdings geöffnet bleiben. Ob es zu Einschränkungen komme, sei noch nicht absehbar.

Denn: Wie viele Mitarbeiter tatsächlich an dem Streik teilnehmen, ist noch nicht sicher. Es handele sich um eine persönliche Entscheidung, so Andreas Höer. Ein Betriebsratsmitglied des Marktes gibt an, dass wohl etwa 40 Mitarbeiter aus seiner Filiale nach Düsseldorf fahren werden.

Übernahme durch Investorengruppe

Hintergrund des Streiks ist die Übernahme von Real durch eine Investorengruppe, bestehend aus der SCP Group und X-Bricks. Die Metro AG, der Real bisher gehört, hatte am Dienstag mitgeteilt, dass es eine Einigung über die Übernahme gibt.

Am Freitag beginnt um 10 Uhr eine Hauptversammlung der Metro-AG in Düsseldorf. Zuvor wollen die Streikenden an der Metro-Hauptverwaltung protestieren.

Übernahme sozialverträglich gestalten

Im Kern des Streiks stehen vier Forderungen, die dazu beitragen sollen, die Übernahme der Handelskette sozialverträglich zu gestalten.

Laut dem zuständigen Gewerkschaftssekretär Heino Kassler von Verdi fordert die Gewerkschaft

  • eine Aufnahme der Mitarbeiter in den Verdi-Tarifvertrag
  • den Schutz und die Erhaltung von Betriebsräten
  • eine möglichst weitgehende Beschäftigungssicherung
  • dass keine Filialen an selbstständige Betreiber übergeben werden.

Diese Forderungen richten sich laut Verdi auch an die potenziellen Käufer von Real. Die Übernahme selbst könne als unternehmerisches Handeln nicht bestreikt werden.

Was passiert mit den Märkten

Deutschlandweit hat Real etwa 290 Märkte. Der potenzielle Käufer hat bereits angegeben, einen Kernbestand von 50 Märkten erhalten zu wollen und weniger als 30 Märkte zu schließen.

Der übrige Bestand wird möglicherweise nach an Dritte verkauft. Ob diese die Märkte zum Beispiel unter einer anderen Marke weiterbetreiben, ist also die große Unbekannte.

Informationen darüber, was mit den drei Dortmunder Real-Märkten passieren wird, gibt es noch nicht.

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