Prozess um Cannabis-Plantage: So beurteilt das Gericht die Hintermann-Version des Angeklagten

Landgericht

Aufatmen bei einem 35-jährigen Studenten: Im Prozess um den Fund einer von ihm betriebenen Cannabisplantage an der Altenderner Straße ließ das Landgericht am Freitag Milde walten.

Dortmund

, 20.09.2019, 17:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prozess um Cannabis-Plantage: So beurteilt das Gericht die Hintermann-Version des Angeklagten

Die Plantage wurde in einer Scheune betrieben. © Polizei

Mit einer Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung konnte der Angeklagte den Heimweg antreten. Die Richter sind davon überzeugt, dass er ihnen in der Verhandlung die volle Wahrheit gesagt und entsprechend nicht viel mit dem Betrieb der Plantage zu tun hatte.

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Der eigentliche Strippenzieher und Finanzier des Projektes ist ein unbekannter Marokkaner, der sich dem 35-Jährigen als „Mo“ vorgestellt hatte. Die beiden Männer hatten sich in einem Online-Chat kennengelernt. Mo brachte schließlich die gesamte Ausrüstung und auch die über 650 Cannabispflanzen nach Dortmund. Der Angeklagte musste jeden Tag nachsehen, ob alles in Ordnung war.

Polizeikontrolle wurde für den Angeklagten zur „Chance, aus der Sache herauszukommen

Zusammen mit einem Freund war er eines Abends in die Kontrolle einer Zivilstreife geraten. Die Beamten fanden bei dem Studenten kleinere Mengen Drogen und fragten nach, was er denn nachts an der Altenderner Straße mache.

„Das war meine Chance, endlich aus der Sache herauszukommen“, hatte der 35-Jährige im Prozess erklärt. Weil er ohnehin habe aussteigen wollen, von Mo aber unter Druck gesetzt worden sei, habe er alles verraten und den Polizisten die Plantage gezeigt. Hätte der Angeklagte mit Mo einige Wochen später alle Pflanzen ernten können, wäre wohl eine Menge von 26 Kilo Marihuana zusammengekommen. Als Lohn winkten 1500 Euro.

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