Polizeipräsident Lange ist wegen steigender Corona-Zahlen alarmiert

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Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange blickt mit Sorge auf die steigenden Corona-Zahlen und kündigt die konsequente Ahndung von Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen an.

Dortmund

, 01.08.2020, 08:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der ersten Corona-Welle hatte die Dortmunder Polizei zwischen Mitte März und Ende April mehr als 1700 Einsätze wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln. Nicht immer habe das zu Sanktionen geführt. Vieles konnte nach Angaben der Polizei über Kommunikation geklärt werden.

Im Juli 2020, nach der schrittweisen Lockerung der Corona-Schutzverordnung, als zahlreiche Einschränkungen wegfielen, waren es nur noch 9 Polizeieinsätze mit insgesamt 14 Verstößen. Doch weil vieles jetzt wieder möglich ist, was zwischenzeitlich verboten war, steigen die Infektionszahlen wieder.

„Nicht zur Normalität zurückkehren“

Ärzte und Institute wie das Robert-Koch-Institut berichten über stark gestiegene Infektionszahlen und warnen vor einem zu sorglosen Umgang mit dem Virus. Auch in Dortmund waren jetzt wiederholt zweistellige Infektionszahlen zu verzeichnen. Der Dortmunder Polizeipräsident nimmt die Hinweise zum Anlass für einen Appell an die Dortmunder, „nicht zur Normalität zurückzukehren.“

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Mit Blick auf die Polizei-Einsätze im Alltag und die aktuellen Zahlen mahnt Lange: „Wir dürfen die mühsam erzielten Erfolge nicht mit Leichtsinn aufs Spiel setzen, denn ein zweiter Lockdown könnte schnell zu einem Knockout mutieren.“

Die große Mehrheit der Dortmunder beachte seit nunmehr fünf Monaten die Infektionsschutz-Regeln und halte Abstand, so der Polizeipräsident. Leider gebe es aber auch Unbelehrbare, die sich ohne Maske und Abstand in großen Gruppen in geschlossenen Räumen aufhielten und anschließend an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten. „Dieses Verhalten ist respektlos. Es ist gefährlich und egoistisch. Es gefährdet die Gesundheit und, wie wir alle doch wissen, auch das Leben.“

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Partygäste reagieren oft aggressiv

Schreite die Polizei ein, reagierten Partygäste oft auch aggressiv. So geschehen jüngst auf einer Hochzeitsfeier – den Streifenteams sei es gelungen, mittels Sprache zu deeskalieren.

Die Polizei habe Verständnis dafür, dass zumeist junge Leute feiern wollten, wie die Gäste einer Raver-Party Anfang Juni auf dem früheren HSP-Gelände. Doch sie habe kein Verständnis dafür, wenn Abstände nicht eingehalten und Polizisten als Spielverderber betrachtet und aggressiv angegangen würden. Lange: „Es ist nicht allein die Polizei, die um Abstand bittet – es sind die aktuell steigenden Zahlen, die uns dazu ermahnen.“

Insbesondere an die Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten geht Langes Appell, sich testen und absolute Vorsicht walten zu lassen. Verstöße gegen Quarantäne-Auflagen „von ignoranten und rücksichtslosen Personen“ werde die Polizei konsequent ahnden.

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