Pkw-Aufbrecher lauern an Dortmunder Kindergärten auf schnelle Beute

dzDiebstahl

Das Kind in die Kita bringen, kurz Hallo sagen und zurück zum Auto. Dann ist die Handtasche weg – aus dem aufgebrochenen Pkw. Kein Einzelfall in Dortmund. Mehrere Mütter sind betroffen.

Dortmund

, 28.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Pkw-Aufbrecher legen sich in Dortmund an Kindergarten-Parkplätzen auf die Lauer: Wenn Mütter ihre Kinder zum Kindergarten bringen oder dort abholen, kundschaften sie die Lage aus. Liegen ein Smartphone oder die Handtasche auf dem Beifahrersitz, dauert die Tat nur wenige Sekunden: Scheibe einschlagen, die Beute herausziehen und davongehen.

So geschehen mindestens dreimal vor der Kita „Maulwürfe“ im Stadtteil Deusen im Dortmunder Westen, an einer Kita in Scharnhorst im Nordosten der Stadt und an Kindertagesstätten auch im Kreuzviertel in der Innenstadt.

Kita-Parkplätze sind keine Schwerpunkte

Bei über 4400 Pkw-Aufbrüchen im Jahr bilden die Kita-Parkplätze bei den Tatorten keine Schwerpunkte. Stark betroffen sind auch die Parkplätze an den großen Einkaufszentren, die Parkplätze rund um Stadion und Messezentrum oder auch Berufsschulparkplätze.

In den 1980er-Jahren waren Diebe auf Autoradios spezialisiert. Die Hersteller produzierten herausziehbare Radios in Serie und verdienten mit jedem Diebstahl neues Geld. In den vergangenen Jahren kamen Navigationsgeräte, Lenkräder, Airbags und ganze Armaturenbretter mit bis zu 5000 Euro Schaden dazu.

Pkw-Aufbrecher nutzen kurzen Zeitraum

Im Kreuzviertel betroffen war im Dezember 2018 auch Julia Klein. „Kurz vor 9 Uhr habe ich meine Tochter zur Kita an der Kuithanstraße gebracht. Nach zehn Minuten war ich zurück am Pkw, der direkt vor der Tür stand. Die Seitenscheibe war eingeschlagen und die Handtasche gestohlen.“ Der unbekannte Täter (oder die Täterin) erbeutete mit der Tasche noch das Smartphone, das Portemonnaie, Ausweise und zwei Eheringe. Gesamtschaden: 600 Euro ohne die Ringe. „Logischerweise lasse ich meine Tasche jetzt nicht mehr im Auto“, sagt Julia Klein.

Pkw-Aufbrecher lauern an Dortmunder Kindergärten auf schnelle Beute

Julia Klein aus Dortmund ist eine von mehreren Müttern, die in Dortmund bestohlen worden sind. © Privat

An einem Bastelnachmittag in der Kita Kuithanstraße berichtete sie anderen Eltern von der Tat. Mütter erzählten von Pkw-Aufbrüchen auch vor dem benachbarten katholischen Kindergarten. Die Täter arbeiteten wie an der Kuithanstraße. Wie Julia Klein später erfuhr: Betroffen war auch die Ehefrau des Verkäufers eines Mobilfunk-Geschäfts, in dem sie sich eine neue Sim-Karte besorgt hat. Tatort war diesmal der Parkplatz eines Kindergartens in Hörde, also im Süden der Stadt. Diese Art von Pkw-Aufbrüchen ist demnach stadtweit ein Phänomen.

Julia Klein über die Arbeitsweise der Täter: „Ich bin mir sicher, dass die das geräuschlos hinbekommen, hätte aber vorher nie gedacht, dass die ein so kleines Zeitfenster finden, in dem niemand in die Kita hineingeht und die Kita wieder verlässt.“

Bepackt mit „Kind & Co“

Doch tatsächlich kommen schnell zehn Minuten zusammen: „Das Kind reinbringen und umziehen, kurz Hallo sagen und reden, dann wieder zurück“, sagt die 35-Jährige aus dem Kreuzviertel über die Zeit beim Bringen und Holen. Mütter seien bereits bepackt mit „Kind & Co“ und ließen „mal eben“ die Handtasche auf dem Beifahrersitz liegen - diesen Moment nutzen die Täter also gezielt aus.

4406 Pkw-Aufbrüche im Jahr 2017

Wie oft Eltern auf Kindergarten-Parkplätzen bereits bestohlen worden sind, kann die Polizei nicht beziffern, denn den Tatort „Parkplatz Kindergarten“ weist die Statistik nicht aus. Diebstähle aus Pkw kommen häufig vor, weil die Besitzer den Tätern genug Beute bieten. 2017 bearbeitete die Dortmunder Polizei 4406 Fälle. Nur 6,74 Prozent aller Taten konnten aufgeklärt werden. Damit gibt es auch keine Angaben über den oder die Täter.

Tipp der Polizei ist einfach zu befolgen
  • Die Dortmunder Polizei rät dazu, grundsätzlich keine Wertsachen in Pkw aufzubewahren. Auch dann nicht, wenn die Besitzer das Fahrzeug nur kurz verlassen.
  • Die Fallzahlen gehen deutlich zurück: Im Jahr 2013 gab es in Dortmund und Lünen 6978 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen (2017: 4406).
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