„Pfarrhaus-Prozess“ nach brutalen Überfällen: Angeklagter (44) legt spätes Geständnis ab

dzElfeinhalb Jahre Haft möglich

Überraschung im „Pfarrhaus-Prozess“: Nach monatelangem Schweigen hat der Hauptangeklagte doch noch ein Geständnis abgelegt. Der Prozess rollt damit langsam aber sicher auf sein Ende zu.

Bochum/Dortmund/Castrop-Rauxel/Haltern

, 23.10.2019, 16:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit Ausnahme einer der wohl schwersten Anklagevorwürfe - dem Raubüberfall auf eine heute 84 Jahre alte Hausbesitzerin aus Mülheim – hat der Angeklagte (44) in seinem späten Geständnis am 30. Verhandlungstag zahlreiche Diebstahlstaten in Pfarrhäusern der Region „pauschal eingeräumt“, wie es Richter Josef Große Feldhaus am Mittwoch nannte.

Der mitangeklagte Sohn (29) und die Lebensgefährtin (47) schweigen dagegen zu den Vorwürfen weiter. Dem Trio werden 32 Einbrüche und Raubüberfälle zur Last gelegt. Die Gesamtbeute soll über 100.000 Euro betragen haben.

Bis zu elfeinhalb Jahre Haft möglich, im Falle eines Geständnisses

In Dortmund war am 29. Juli 2018 ein Geistlicher im Pfarrhaus der Gemeinde St. Urbanus angegriffen worden. In Haltern am 4. Februar 2018 im Pfarrhaus von St. Sixtus der dort anwesende Pater James mit Kabeln gefesselt und im Keller eingesperrt worden. In Castrop-Rauxel hatten die Täter im Juli 2018 im Pfarrhaus der St. Lambertus Gemeinde einen Tresor aus der Verankerung gehebelt.

Die Richter hatten dem Hauptangeklagten im Juni für den Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe von bis zu elfeinhalb Jahren signalisiert. Ob die Strafe am Ende wirklich so empfindlich ausfällt, scheint fraglich. Nicht zuletzt deshalb, weil auch die Staatsanwaltschaft am Mittwoch beantragt hat, weitere Taten mit Blick auf die schwierige Beweislage vorläufig einzustellen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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