Alle wollen ins Autokino - Jetzt gibt‘s dort sogar einen Parteitag

dzSPD auf Phoenix-West

Seit der Coronakrise erleben Autokinos eine ungeahnte Renaissance. Jetzt gibt es auf Phoenix-West eine Vorführung der ganz besonderen Art: Die SPD lädt zum Parteitag im Auto.

Dortmund

, 02.06.2020, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird voll auf Phoenix-West Samstagmorgen ab 10 Uhr. Es gibt dort weder ein Konzert noch eine Kinovorführung am hellichten Tag. Die Dortmunder SPD ruft ihre Delegierten vor der Hochofenkulisse zum Wiederholungsparteitag zur Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 13. September zusammen.

Der Parteitag unter freiem Himmel, er ist aus der Not geboren. Die Corona-Kontaktbeschränkungen machen es den Parteien nahezu unmöglich, zu Versammlungsorten einzuladen, in denen Abstandsregeln eingehalten werden können. „Wir haben viele Mitglieder, die wegen ihres Alters zur Risikogruppe gehören“, sagt SPD-Vorsitzende Nadja Lüders. Rund 180 Delegierte werden auf Phoenix-West mit ihren Privatwagen erwartet. Jeder mit höchstens zwei Insassen.

So soll es funktionieren:

Von der B54 kommend werden die Delegierten über die Konrad-Adenauer-Allee zu den Stellplätzen an den Hochöfen geleitet. Dabei sollen sie einen „Drive-In“ passieren, an dem sie die Stimmzettel für die Kandiatenlisten in Empfang nehmen. Gleichzeitig erhalten sie dort rote Karten zur Verabschiedung des Kommunalwahlprogramms.

Bis zuletzt hat die SPD an der Organisation des Parteitages gefeilt – aber die Idee, die Abgabe der Stimmzettel für die Wahlbezirke an einem „Drive-Out“ (also erst an der Ausfahrt) zu regeln, schien dann doch zu gewagt. „Es wird darauf hinauslaufen, dass unsere Helfer mit Urnen von Auto zu Auto ziehen“, sagt Parteichefin Lüders. Wie bei einem tatsächlichen Autokino wird vor den Hochöfen eine Bühne aufgebaut, auf der sich unter anderem OB-Kandidat Thomas Westphal noch einmal präsentiert.

Helfer halten Mikros an die Wagen

Alles, was auf der Bühne gesprochen wird, können die Delegierten über eine besondere Frequenz im Autoradio verfolgen. Und wenn sich Mitglieder zu Wort melden? „Dann wird ein Helfer ein Mikro ans Autofenster halten“, sagt Lüders.

Eigentlich hat die SPD ihr Parteitags-Prozedere längst hinter sich. Ende November 2019 hatten die Delegierten in den Gemäuern der Zeche Hansemann in Mengede Wirtschaftsförderer Westphal zu ihrem OB-Aspiranten gekürt und ihre Kandidatenlisten für den Rat und die Bezirksvertretungen auf den Weg gebracht.

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Doch die waren schon bald Makulatur: Auf Grundlage eines Urteils des NRW-Verfassungsgerichtshofs mussten in der Folge fünf der insgesamt 40 Dortmunder Kommunalwahlbezirke für die Direktkandidaten des Rates neu zugeschnitten werden - etwa in Eving, Huckarde und Teilen der Innenstadt.

Heißt: Die Genossen müssen für die Aufstellung der Ratskandidaten auf Phoenix-West erneut ran. Neben einer Satzungsänderung sollen sie im Schatten der Hochöfen auch das Kommunal-Wahlprogramm verabschieden. Aber nicht etwa mit der Autohupe. Es reicht, die rote Karte aus dem Fenster zu halten.

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Alles zur OB-Wahl in Dortmund unter www.rn.de/OB-Wahl

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