Neue App-Funktion hilft Autofahrern bei Parkplatz-Suche in Dortmund (mit Video)

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Parken ist in Dortmund nicht immer einfach. Der Frust ist oft groß. Um Autofahrer zielgerichtet zu freien Parkplätzen zu führen, kommt jetzt eine neue Methode zum Einsatz.

Dortmund

, 04.03.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche Autofahrer passen besondere Uhrzeiten ab. Andere nehmen eventuelle Knöllchen schlicht in Kauf: Die individuellen Maßnahmen, um in Dortmund der nicht immer einfachen Parkplatz-Situation zu begegnen, treiben zahlreiche Blüten. Seit Januar gibt es nun stadtweit eine neue App-Funktion, mit der die Parkplatzsuche deutlich leichter werden soll. Dabei ist die Herausforderung in Dortmund augenscheinlich besonders groß.

Parktickets können per App verlängert werden

Seit knapp zwei Jahren können in Dortmund Parkscheine per App bezahlt werden. Dabei wird nicht nur das Kleingeld überflüssig, sondern die Parkzeit kann auch minutengenau abgerechnet werden. „Außerdem kann man seine Parkzeit natürlich auch einfach per Smartphone verlängern und muss nicht zum Auto, um noch einmal das Ticket nachzulösen“, erklärt Nico Schlegel, Geschäftsführer der EasyPark GmbH.

Mit seinem Unternehmen ist Schlegel einer von sieben Anbietern, die in Dortmund das Handyparken ermöglichen. Als nach eigenen Angaben einziges Unternehmen erweitert EasyPark allerdings jetzt sein Repertoire. „In Absprache mit der Stadt sind wir jetzt so weit, dass wir im gesamten Dortmunder Stadtgebiet unsere Find-and-Park-Funktion von der Testphase in den Normalbetrieb überführen können“, sagt Entwickler Alexej Schmidt.

Zahlreiche Anbieter für Handyparken in Dortmund.

In Dortmund gibt es zahlreiche Anbieter, die Handyparken ermöglichen. Allerdings ermöglicht nur einer zudem eine lückenlose Parkplatzsuche. © Marius Paul

Damit sei Dortmund eine von sechs Städten in Deutschland, in denen das Konzept flächendeckend realisiert wurde. In Europa seien es 40 Städte. „Deutschlandweit gibt es diese Funktion ansonsten in Berlin, Hamburg, Hannover, Köln und Frankfurt“, so Schmidt.

Navigationssystem und Parkplatzfinder

Find-and-Park funktioniert im Grunde wie ein herkömmliches Navigationssystem: Der Autofahrer tippt sein Wunschziel in die App ein und das Programm zeigt an, in welchen Straßen in der näheren Umgebung des Ziels Parkplätze verfügbar sind. Erfasst werden dabei nur die gebührenpflichtigen Stellplätze.

EasyPark zeigt Parkplatzkapazitäten an.

Anhand verschiedener Farben wird dem Autofahrer in der App die wahrscheinliche Verfügbarkeit von freien Parkplätzen angezeigt. © Marius Paul

Laut Schmidt stelle man zunächst anhand von verschiedenen Daten Prognosen auf. „Anhand derer können wir dann ermitteln, wie wahrscheinlich es ist, in den betroffenen Straßen einen freien Parkplatz zu finden.“

Welche Daten dabei erfasst werden, möchte er nicht verraten: „Das ist natürlich eines unserer Markengeheimnisse. Wir können aber versprechen, dass es sich dabei immer um anonymisierte Daten handelt.“

Indikator für die Darstellung der Parkplatzverfügbarkeit ist dabei ein Ampelsystem. Rot heißt: Im Grunde macht es keinen Sinn, in dieser Straße um diese Zeit zu suchen. Grün wiederum: Es ist beinahe sicher, einen Platz zu finden.

Parkverhältnisse, wie sie in Dortmund vorherrschen, habe er bislang nur in den europäischen Metropolen Mailand und Rom vorgefunden, berichtet Schmidt. „Die Parkplatzauslastung in Dortmund ist sehr hoch. Das hat auch mit dem grundsätzlich hohen Verkehrsaufkommen zu tun.“

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Außerdem habe die große Anzahl von Autofahrern, die sich auf der Suche nach einem Parkplatz durch die Stadt schlängeln, enorme Auswirkungen auf den kompletten Verkehrsfluss.

„Funktion könnte für erhöhtes Verkehrsaufkommen sorgen“

Der Verkehrswissenschaftler Prof. Christian Holz-Rau von der TU Dortmund sieht aber auch mögliche Schattenseiten der neuen App-Funktion: „Um die Verkehrssituation zu entlasten, muss man die Menschen dazu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Da die Menschen mit einer solchen Funktion aber möglicherweise wieder vermehrt dazu verleitet werden, doch mit dem Auto in die Stadt zu fahren, könnte so etwas auch kontraproduktiv sein.“

Wie sich die Auswirkungen allerdings dann tatsächlich darstellen, müsse man jetzt erst einmal abwarten. Im Allgemeinen könne ein solches Vorgehen nur in Zusammenhang mit einem gesamtstädtischen Parkraumkonzept erfolgreich sein, unterstreicht der Experte.

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