Oper Dortmund verwandelt die Innenstadt in einen Zirkus der Musik

„Musicircus“ am Samstag

Mit dem John-Cage-Stück „Musicircus“ eröffnet die Oper Dortmund am Samstag die neue Spielzeit. Dafür probte die Regisseurin auch mit Straßenreinigern der EDG – für ein Kehrbesenballett.

Dortmund

, 05.10.2018, 04:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oper Dortmund verwandelt die Innenstadt in einen Zirkus der Musik

Auf dem Betriebshof der EDG am Hafen probt Regisseurin Sigune von Osten am Dienstag mit Straßenreinigern der EDG. © Tilman Abegg

Kehrmaschinen, sagt Sigune von Osten, sind vor allem akustisch interessant. Das Brummen der Motoren, das Schürfen der Drehbesen auf dem Asphalt, das rhythmische Piepen im Rückwärtsgang, und alles ziemlich laut. „Ganz im Sinne John Cages: Alles ist Klang“, sagt von Osten.

Der US-Amerikaner Cage (1912-1992) hat das Klangprojekt „Musicircus“ komponiert. Von Osten führt es im Auftrag des Theaters am Samstag in der Innenstadt auf: Es beginnt um 16 Uhr mit einer „Klangwolke“ auf dem Friedensplatz, die über den Stadtgarten und Opernvorplatz schließlich ins Theater ziehen soll. Dort, im Foyer, beginnt gegen 18.30 Uhr der Abschluss-Akt.

Mehrere akustische Dinge passieren gleichzeitig

An allen diesen Orten passieren mehrere akustische Dinge gleichzeitig: Musikensembles spielen, während Zirkus-, Tanz-, Kinder- und Sportgruppen eigene Dinge tun. Alle zusammen bilden die „Klangwolke“. Sigune von Ostens Aufgabe ist es, diese zusammenzustellen und zu choreografieren.

„Sehr anstrengend“ sei das, sagt sie nach der Probe mit der EDG. Die Ensembles müssen ja erst mal gefunden werden, und eine Gage gibt es nicht. Und die Abläufe der Gruppen zu organisieren, ist aufwendig. Viermal hat von Osten bereits den „Musicircus“ in anderen Städten aufgeführt.

Bei der EDG-Probe am Dienstag bringt sie erst acht Männern mit Besen eine kleine Choreografie bei, danach den vier Fahrern mit ihren Kehrmaschinen. Keiner von ihnen hatte schon mal was mit dem Theater zu tun. Aber sie alle sind während der 90 Minuten gut gelaunt, konzentriert und entschlossen, zum Gelingen der Probe beizutragen.

Einmal noch, am Freitag, werden sie sich zu einer weiteren Probe treffen. Am Samstag Nachmittag (6. 10.) muss es dann sitzen, kurz nach halb fünf auf dem Friedensplatz.

Mit dem „Musicircus“ eröffnet die Oper ihre Spielzeit. Der Eintritt ist frei, auf den öffentlichen Plätzen sowieso, aber auch später im Opernfoyer. Alle Infos
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