Neues Robbengehege im Zoo Dortmund wird doppelt so teuer wie geplant

dzInvestition im Zoo

Die Seelöwen und Seebären im Dortmunder Zoo bekommen ein neues Zuhause für 12,3 Millionen Euro. Die Investition wird also doppelt so teuer wie geplant. Jetzt gibt es den Architektenentwurf.

Dortmund

, 19.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Andrang ist immer groß, wenn die Tierpfleger im Dortmunder Zoo frischen Fisch kredenzen. Die Seelöwen-Fütterung ist eine der größten Attraktionen für Zoo-Besucher - und das schon seit Generationen. „Die haben Kult-Charakter“, stellt Dortmunds Freizeitdezernentin Birgit Zoerner fest.

Neues Robbengehege im Zoo Dortmund wird doppelt so teuer wie geplant

Großen Zuschauerandrang gibt es bei der Robbenfütterung schon seit der Eröffnung des Zoos 1953. © RN-Archiv

Das Problem ist: Die Robbenanlage am östlichsten Zipfel des Zoos ist deutlich in die Jahre gekommen, hat sich im Grunde seit der „Tierpark“-Eröffnung 1953 kaum verändert. Deshalb soll jetzt im Rahmen des Zukunftskonzepts „Zoo 2023“ eine neue Anlage her. Doch die wird deutlich teurer, als das ursprüngliche Konzept vorsah.

Salzwasser-Filter erhöht die Kosten

Die Gesamtkosten werden von der Stadt auf 12,4 Millionen Euro beziffert. Das ist etwa das Doppelte der im Zukunftskonzept genannten Summe. Immerhin: Eine Million Euro werden über Spenden und eine Erbschaft finanziert.

Der Hauptgrund für den Kostensprung ist neben der Vergrößerung der Anlage, dass die Becken gemäß der aktuellen Haltungsrichtlinien mit salzhaltigem Wasser gefüllt sein sollen. Allein die dafür nötigen Filteranlagen schlagen mit 3,5 Millionen Euro zu Buche.

Im April soll der Rat der Stadt über die Neubaupläne, zu denen auch ein neuer Kiosk und eine Toilettenanlage gehören, entscheiden. Dann soll möglichst bald mit dem Bau begonnen werden. Denn 2022 soll die neue Robbenanlage fertig sein, gibt Birgit Zoerner als Ziel aus.

Zuschauertribüne mit 250 Plätzen

Um möglichst allen Besuchern eine gute Sicht zu bieten, entsteht am Rande der neuen Beckenanlage eine Tribüne für 250 Zuschauer. Ein Gang unter der Tribüne bietet aber zugleich einen Blick in die Unterwasserwelt - durch ein 12 mal 2,50 Meter großes Panoramafenster, kündigt Birgit Zoerner an. Ein Teil des Daches wird zu einer begehbaren Terrasse.

Neues Robbengehege im Zoo Dortmund wird doppelt so teuer wie geplant

So soll die neue Robbenanlage aussehen. Das schematische Darstellung zeigt die neuen Becken mit Zuschauertribüne (l.) und dem darunterliegenden Durchgang mit Panoramafenster. © Volmerich, Oliver

Die Anlage wird etwa ein Drittel größer als die alte. Sie ist unterteilt in ein vier Meter tiefes Becken und eine Flachwasserzone und orientiert sich mit Ruhrsandstein, Sprungfelsen, Dachbegrünung und Inseln am Vorbild der alten Anlage.

WG mit Ottern

Spannend wird auch die Übergangszeit. Denn während der Bauarbeiten müssen Seelöwen und Seebären umziehen. Die Stadt hat dazu verschiedene Alternativen geprüft - von der Auslagerung in andere Zoos bis zur Unterbringung in alten Schwimmbädern.

Jetzt ziehen die Robben in eine tierische „WG“: Sie kommen in die Außenanlage der Otter im heimischen Zoo. Die Riesenotter, die dort normalerweise wohnen, bekommen in der Zeit „Stubenarrest“. Im Innern des Otterhauses haben sie allerdings auch ein großes Becken, in dem sie sich tummeln können.

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