Die große Immobilie an Hansastraße/Ecke Kampstraße wirkt zwar angesichts der vielen leer stehenden Ladenlokale im Erdgeschoss etwas vergessen, es tut sich aber etwas. Der Eigentümer hat große Pläne. © Peter Wulle
Westenhellweg

Neues Leben für große City-Immobilie in Dortmund – und eine kühne Idee

Dortmunds Innenstadt steht vor Herausforderungen. Der Eigentümer einer großen City-Immobilie will jetzt für Veränderung sorgen. Dazu stellt er auch eine sehr überraschende Überlegung an.

Wenn man „Salamander“ sagt, dann weiß wohl jeder Dortmunder sofort, dass von dem Schuhhaus an der Kreuzung von Westenhellweg und Hansastraße die Rede ist. Seit vielen Jahrzehnten hat dieses Geschäft dort scheinbar unverrückbar seinen Platz.

Sowohl in Richtung Westenhellweg zu den Geschäften Hunkemöller und H&M als auch in Richtung des Geschäfts „Game Stop“ an der Hansastraße kündigen sich allerdings Veränderungen an – nicht zuletzt, weil einige der dortigen Konstanten längst verschwunden sind.

Das Fotogeschäft „Perfect Picture“ und auch das alteingesessene Pralinen-Geschäft Leonidas an der Ecke zur Kampstraße zogen schon im vergangenen Jahr aus. „Perfect Picture“ zog zunächst an der Kampstraße um und wurde dann Opfer der Corona-Pandemie, der Leonidas-Laden schloss aus privaten Gründen. Die kleine Mode-Boutique von Lacoste, die sich direkt daneben befand, ist inzwischen in der Thier-Galerie zu finden.

Art-Invest setzt auf Dortmund als Top-Handelsstandort

„Wir haben den Gebäudekomplex mit den Adressen Kampstraße 6 und Hansastraße 44 vor vier Jahren erworben, um ihn zu entwickeln. Später konnten wir auch noch den Komplex am Westenhellweg 17 mit Hunkemöller dazu kaufen“, sagt Andreas Stolz vom Kölner Immobilienunternehmen Art-Invest Real Estate.

Völlig neu belebt werden soll die Ecke Kampstraße/Hansastraße in der Dortmunder City. Art-Invest favorisiert hier die Ansiedlung einer attraktiven Gastronomie.
Völlig neu belebt werden soll die Ecke Kampstraße/Hansastraße. Art-Invest favorisiert hier die Ansiedlung einer attraktiven Gastronomie. © Peter Wulle © Peter Wulle

Ausdrücklich gehören das Eckgebäude aus Sandstein mit Salamander und die zwei angrenzenden Häuser am Westenhellweg nicht dazu. Ansonsten aber ist der L-förmige Komplex samt der Corso-Passage im Besitz von Art-Invest Real Estate.

Und Art-Invest will links und rechts von Salamander nach der Corona-Krise nun schwungvoll in die Immobilien investieren. „Wir haben diese Häuser ja gekauft, weil Dortmund einer der besten Handelsstandorte in Deutschland ist“, sagt Andreas Stolz als Head of Asset Management bei Art-Invest Real Estate.

Art-Invest möchte eine attraktive Gastronomie ansiedeln

Dass die verwaiste Ecke an der Hansastraße/Ecke Kampstraße gegenüber von Decathlon dringend neu belebt werden muss, muss man ihm nicht sagen. „Ich habe in Dortmund einst studiert und kenne die Stadt sehr gut. Wir haben die Entwicklung in der City im Blick und sehen, dass das Basecamp in den Startlöchern steht und kennen auch die Pläne für den Boulevard Kampstraße“, sagt Andreas Stolz.

Wenn nun die Basecamp-Baucontainer auf der Kampstraße verschwinden und die Studenten in die Wohnungen des neuen Gebäudes auf dem Grundstück des einstigen Karstadt-Technikhauses einziehen, soll die Ecke an der Hansastraße richtig attraktiv werden. In den Obergeschossen der riesigen Immobilie, die insgesamt 12.566 Quadratmeter Mietfläche bietet und in der es 29 Wohnungen und beispielsweise die Kieferchirurgie Krägeloh in komplett renovierten Räumen gibt, ist bereits viel modernisiert worden.

Die Corso-Passage gehört zu dem Immobilienkomplex am Westenhellweg in Dortmund, den das Kölner Unternehmen Art-Invest erworben hat, um ihn zu entwickeln. Es gibt die Idee, die Corso-Passage als Durchgang zu schließen und Einzelhandelsgeschäfte hinein zu bauen.
Die Corso-Passage gehört zu dem Immobilienkomplex am Westenhellweg, den das Kölner Unternehmen Art-Invest erworben hat, um ihn zu entwickeln. Es gibt die Idee, die Corso-Passage als Durchgang zu schließen und Einzelhandelsgeschäfte hinein zu bauen. © Art-Invest/krischerfotografie © Art-Invest/krischerfotografie

Wenn man nun die Gewerbeflächen im Erdgeschoss neu vermiete, so Andreas Stolz, wolle man Qualität an diesen zentralen Platz bringen: „Wir stellen uns vor, auf der Ecke mit den Außenflächen zum Rondell hin eine gute, interessante Gastronomie anzusiedeln.“ Dazu könnten die jetzt leer stehenden drei Ladenlokale von Perfect Picture, Leonidas und Lacoste zusammen gelegt werden. 140 Quadratmeter stünden dann zur Verfügung.

Art-Invest regt an, die Corso-Passage zu schließen

„Für Einzelhändler reicht es nicht mehr, nur die Tür aufzuschließen. Einkaufen muss Freizeit werden. Deshalb wird das Thema Gastronomie in der City immer wichtiger“, sagt Andreas Stolz.

Wenn es Art-Invest gelingt, die gewünschte Gastronomie anzusiedeln, ist der Gedanke wohl naheliegend, für eine möglichst hohe Passanten- und Kundenfrequenz an diesem Standort in der eigenen Immobilie noch mehr Einzelhandel unterzubringen.

Anuschka Härte, Andreas Stolz und Dominik Grimm von Art-Invest stellten ihre Pläne für die Immobilien am Westenhellweg, an Hansa- und Kampstraße in Dortmund vor. „Die Corso-Passage ist tot“, sagt Andreas Stolz.
Anuschka Härte, Andreas Stolz und Dominik Grimm von Art-Invest stellten ihre Pläne für die Immobilien am Westenhellweg, an Hansa- und Kampstraße vor. „Die Corso-Passage ist tot“, sagt Andreas Stolz. © Peter Wulle © Peter Wulle

Eine ganz neue und kühne Idee hat man daher bei Art-Invest bezüglich der Corso-Passage entwickelt. „Die Passage ist tot“, sagt Andreas Stolz, „die Frequenz ist unfassbar gering.“ Den Ticketshop und den Tabakladen, zwei Anlaufstellen, die es hier früher mal gab, gibt es schon lange nicht mehr. „Man könnte die Passage beleben, wenn man sie als Durchgang schließt und darin Einzelhändler ansiedelt. Das Interesse daran ist groß“, so Stolz.

Aus seiner Sicht ist die Passage verzichtbar. „Die Verbindung zwischen Westenhellweg und Kampstraße ist ja über die Krüger-Passage gegeben“, sagt er. Art-Invest würde eine Summe im zweistelligen Millionenbereich investieren, wenn der Umbau zu Ladenlokalen genehmigt würde. So weit ist es noch nicht, die Diskussion darum aber ist eröffnet.

Art-Invest

Freie Wohnungen in der City

  • Das Kölner Immobilienunternehmen plant, wie es offiziell heißt, die „zukunftsfähige Neupositionierung“ seiner Immobilien am Westenhellweg 11-13 und 17 sowie an der Kampstraße 6.
  • Zu den Immobilien gehören insgesamt 37 Wohnungen. Von den 29 Wohnungen in dem Gebäude an der Kampstraße 6/Hansastraße 44 (mit Aufzug) sind einige bereits saniert und aktuell können zwei Wohnungen in der 4. Etage ganz neu vermietet werden.
  • Die Wohnungen sind 94 und 56 qm groß, haben Loggien und die Wohn- und Schlafräume sind mit Echtholzparkett ausgestattet. „Wir vermieten hier mitten in der City unter 10 Euro pro Quadratmeter“, sagt Immobilienmanagerin Anuschka Härte von Art-Invest. Interessierte können sich an sie wenden unter Tel. (0221) 584759-11 oder per Mail an [email protected]
  • Komplett umgebaut wurde die ehemalige Zahnarztpraxis Dr. Becker an der Kampstraße 6. In den neu gestalteten, hellen Räumen ist inzwischen die Kieferchirurgie Krägeloh eingezogen.
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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