Neuer Rekord an Ausbildungsplätzen bei der Stadt - und an Bewerbern

dzStadtverwaltung Dortmund

Fachkräftemangel ist nicht nur im Handwerk ein Thema, auch Behörden gehen die Mitarbeiter aus. An diesen Stellen fehlt es besonders, und so will die Stadt reagieren.

Dortmund

, 05.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange Schlangen bei den Bürgerdiensten, Personalmangel bei den Ordnungsdiensten und zu wenige Planer für den Radverkehr - an vielen Stellen in der Stadtverwaltung macht sich die Personalknappheit bemerkbar.

Die Stadt will aktiv gegensteuern - mit mehr Ausbildung. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze hat sie deshalb drastisch erhöht: 362 Ausbildungsplätze bietet die Verwaltung in diesem Jahr- so viel wie noch nie. 2021 soll die Zahl der Ausbildungsplätze sogar auf 398 aufgestockt werden.

Und offenbar müssen sich die Verantwortlichen im Personaldezernat keine Sorgen machen, ausreichend geeignete Bewerber zu finden: Mit 8039 Bewerbungen - Stand Mitte Dezember - gibt es auch einen neuen Rekord an Bewerbungen bei der Stadt.

Großangelegte Werbekampagne

„Die Bewerbungszahlen sind damit innerhalb der letzten drei Jahre um 40 Prozent gestiegen“, freut sich Personaldezernent Christian Uhr. Die Werbekampagne mit Großplakaten und Imagefilmen auf Yotube habe sich damit ausgezahlt.

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Das große Plus, das die Stadt neben guten Übernahmechancen und hoher Arbeitsplatzsicherheit für sich ins Feld führen kann, ist die große Vielfalt an Ausbildungsberufen. Die Palette reicht vom klassischen Verwaltungsfachangestellten über Straßenwärter beim Tiefbauamt und Tierpfleger im Zoo bis zu Gärtnern und Bühnenmalern.

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Besonders groß ist das Angebot in diesem Jahr bei der Ausbildung zum „Bachelor of Laws“ mit 97 Ausbildungsplätzen und Brandmeister-Anwärtern bei der Feuerwehr mit 48 Stellen. Neu im Angebot sind Ausbildungen zum Umweltinspektor, zum Bachelor auf Arts mit dem Schwerpunkt Verwaltungsinformatik und Bachelor of Arts mit dem Schwerpunkt Digitalisierung.

Erstmals bildet die Stadt auch eigene Fachkräfte für Schutz und Sicherheit aus. Damit soll dem Problem begegnet werden, Bewerber für freie Stellen bei den städtischen Ordnungsdiensten zu finden.

Generationswechsel

Aber auch generell stellt sich die Stadt mit der verstärkten Ausbildung auf den demografischen Wandel ein. Denn auch die Verwaltung steht vor einem großen Generationswechsel. „In den nächsten 15 Jahren gehen 4500 städtische Mitarbeiter in den Ruhestand“, stellt Christian Uhr fest. „Das ist fast die halbe Mannschaft.“

Selbst wenn einige Tätigkeiten etwa durch die Digitialisierung ersetzt werden, entstehen damit Lücken, die durch eine langfristige Personalbedarfs-Planung geschlossen werden sollen. „Und dabei agieren wir nach dem Grundsatz Ausbildung vor Einstellung“, erklärt Uhr. „Der Nachwuchs von heute sind die Fachkräfte von morgen.“

Neuer Rekord an Ausbildungsplätzen bei der Stadt - und an Bewerbern

In diesem Bürogebäude an der Kronenburgallee, zuletzt Domizil des Evangelischen Kirchentages, richtet die Stadt ihr „Zentrum für Ausbildung und Kompetenzen“ ein. © Oliver Volmerich

Um die Ausbildung auch inhaltlich zu optimieren, richtet die Stadtverwaltung in diesem Frühjahr ein neues Ausbildungszentrum ein: Im „Zentrum für Ausbildung und Kompetenzen“ soll eine Art Übungsverwaltung entstehen, in der bis zu 50 Nachwuchskräfte praxisnah den Verwaltungsalltag kennenlernen.

Ausbildungscenter an der Kronenburg

Standort ist das Bürogebäude an der Kronenburgallee 7, das zunächst vom Hauptzollamt genutzt wurde und zuletzt die Geschäftsstelle des Evangelischen Kirchentags beherbergt hat. Hier kommt auch der Bereich Personalentwicklung und Ausbildung des Personalamtes unter.

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Auch die Auswahlverfahren für die Besetzung der Ausbildungsstellen sollen hier stattfinden - und zwar in neuer Form. Statt eines klassischen Vorstellungsgesprächs soll es ein „Assessment-Center“ (Beurteilungs-Center) geben. Dort lernen sich Bewerber und Arbeitgeber in lockerer Atmosphäre kennen.

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