Neuer Kinoverein plant ein mobiles Pop-Up-Kino in Dortmund

dzMobiles Kino

Unter dem Namen „Aufgepoppt – das mobile Nordstadtkino“ soll zukünftig die Stadt um ein neues, kreatives Kinokonzept bereichert werden. Die Idee geht aber über das eigentliche Kino hinaus.

Dortmund

, 01.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind die Freude am Kino, an Filmen und der Traum vom eigenen Kino, die eine Gruppe junger Nordstädter dazu brachten, einen Kinoverein zu gründen. Diese Geschichte ist allerdings eng mit dem derzeit leer stehenden Programmkino „Camera“ an der Mallinckrodtstrasse verbunden.

Die Idee zur Vereinsgründung entstand nach der Schließung der Camera im Oktober 2019, verbunden mit der Hoffnung, das Kino irgendwann zu übernehmen.

So kam es im März 2020 zur Gründung des gemeinnützigen Vereins „Camera Paradiso e.V.“, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, das Kulturgut Kino in Dortmund, aber vor allem in der Nordstadt, zu pflegen und zu bewahren. So plant der Verein ein mobiles Kino unter dem Namen „Aufgepoppt – das mobile Nordstadtkino“, das noch 2020 starten soll.

Die Förderung der Filmkultur steht im Vordergrund

„Wir fühlen uns dem Stadtteil eng verbunden und ein großer Teil der Leute im Verein sind aktuelle oder ehemalige Nordstadtbewohner, die Lust haben, Kino zu machen“, so Mathis Fragemann, erster Vorsitzender.

Der Verein selbst, dessen Namen „Camera Paradiso“ sich auf den Film „Cinema Paradiso“ sowie das Kino Camera an sich bezieht, ist aber unabhängig vom möglichen Kinostandort.

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„Wir möchten niedrigschwellige Angebote schaffen und Filmprojektionen zu den Bewohnern bringen“, erklärt Fragemann. Dabei ist die Idee des Pop-up-Formats wichtig, da sie flexibel auf Orte, Gegebenheiten und auf Themen und Filme reagieren können. Dabei ist ihnen wichtig, dass sie nicht als Konkurrenz bestehender Kinos gesehen werden.

Ein niedrigschwelliges Angebot für alle Gesellschaftsgruppen

Grundsätzlich ist das Ziel des Projektes „Aufgepoppt – das mobile Nordstadtkino“ neben der Förderung der Kinokultur die Förderung des gesellschaftlichen Austausches, die Stärkung von Medienkompetenzen und Teilhabe.

Dies geschieht generationsübergreifend und niedrigschwellig mit dem Anspruch, vom Kind bis zum Senior die Menschen zu erreichen und den öffentlichen Raum zu einem gemeinschaftlichen kulturellen Raum zu machen.

Bei der Fokussierung auf die Nordstadt möchte der Verein auch auf Wünsche und Orte eingehen. So möchte er Akteure und Institutionen einbinden, auf Anregungen von Anwohnern reagieren oder im Anschluss an die Filme Publikumsdiskussionen anbieten.

„Wir bringen das Kino zu den Menschen und möchten die Freude am gemeinsamen Film vermitteln“, so Lisa Rölleke, zweite Vorsitzende.

Interessante Filme an interessanten Orten

Dabei sollen die Menschen genau da abgeholt werden, wo sie sind: an bekannten Orten des öffentlichen Raums wie Parks oder in Kooperation mit Einrichtungen wie Kirchen, Moscheen, Museen, Galerien, dem Künstlerhaus oder der Skatehalle. Dabei könnten auch thematische Filme mit Bezug zum Ort oder den Partner gezeigt werden.

Das mobile Kino bietet dabei durch verschiedene Themenschwerpunkte, Genres und Filmlängen einen niedrigschwelligen Einstieg in das Kulturgut Film.

Der Verein möchte bei den Filmen verschiedene Themenschwerpunkte setzen, die von Natur und Umwelt über Kunst und Musik bis hin zu Interkulturalität, Gender und queeren Themen geht – wobei die Formate von normaler Filmlänge, Kurzfilmen, Dokumentationen bis hin zu Trick- oder Stummfilmen reichen.

Die Liebe zum Film und dem Leinwanderlebnis ist die Motivation der Vereinsmitglieder – und genau diese cineastische Kunst wollen sie hochhalten.

Die Liebe zum Film und dem Leinwanderlebnis ist die Motivation der Vereinsmitglieder – und genau diese cineastische Kunst wollen sie hochhalten. © Camera Paradiso

„Dieses ist für Dortmund ein einzigartiges und innovatives Format, das für jeden Interessierten erlebbar sein soll“, unterstreicht Rölleke. Letztendlich soll die Strahlkraft des mobilen Pop-up-Kinos weit über die Nordstadt hinausgehen und Besucher aus den Nachbarstädten oder dem Sauerland nach Dortmund ziehen.

Das Pop-Up-Kino soll noch 2020 starten. Bis Herbst 2021 plant der Verein zehn Vorführungen. Langfristiges Ziel des Vereins ist und bleibt es aber, ein Kino in der Dortmunder Nordstadt zu betreiben.

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