Neue Westen und Helme schützen bei Terroranschlägen und Amokläufen

Polizei

Die Polizei in Dortmund und Lünen erhält 2000 neue Schutzwesten und Helme. Sie sind ab sofort im Einsatz. Polizisten hoffen, den Helm nie trägen zu müssen.

Dortmund

, 24.11.2018, 04:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Westen und Helme schützen bei Terroranschlägen und Amokläufen

Nils Jäger (links) und Ann-Kathrin Ossenkopp von der Polizeiinspektion 1 tragen die neuen Westen bereits. In Dortmund und Lünen sind 2000 Westen und 337 Helme ausgeliefert wworden. © Peter Bandermann

Ann-Kathrin Ossenkopp und Nils Jäger von der Polizeiinspektion 1 hoffen, dass sie ihn nie wieder aufsetzen müssen: Für ein Pressefoto tragen sie den neuen Helm, den die NRW-Polizei für die Streifenteams angeschafft hat. 3,3 Kilogramm schwer ist dieser Helm und ausgestattet mit einem extrem dicken Visier. Der Helm soll aus Maschinengewehren abgefeuerte Munition, Feuer und Messerstiche abhalten. Ein Amoklauf oder ein Terroranschlag sind die Einsatz-Anlässe, die zum Tragen des Helms zwingen.

Ebenfalls neu – aber täglich im Einsatz – ist die neue Schutzweste, mit der Polizeikommissarin Ann-Kathrin Ossenkopp und Polizeikommissar Nils Jäger eine neue Optik erhalten. Ausrüstungsgegenstände wie Taschenlampe, Handschellen, Einsatzmehrzweckstock, Pfefferspray und Notizbuch wandern vom Gürtel nach oben an die Weste. Das sorgt nicht nur für mehr Bewegungsfreiheit während der Fahrt im Streifenwagen, sondern auch für ein besseres Klima:

Alte Schutzweste war zu warm

Bisher mussten die Polizisten die Schutzwesten über einem T-Shirt unter der Uniform tragen. „Da hat man selbst im Winter geschwitzt“, sagt Ann-Kathrin Ossenkopp. Die neue Weste wird über die Uniform gezogen, mit einem Reißverschluss verschlossen und liegt fest an und sitzt trotzdem luftiger. 2000 solcher Westen hat die NRW-Polizei nach Dortmund geliefert. „Ich habe mich sofort drauf gestürzt“, berichtet Nils Jäger froh darüber, dass die einengende Unterziehweste endlich abgelöst ist.

Polizeipräsident Gregor Lange: „Die Streifenteams und die Bereitschaftspolizei sind die ersten vor Ort noch vor den Spezialeinheiten. Sie gilt es zu schützen, damit sie andere schützen können.“ Bei Einsätzen gegen Terroristen oder Amokläufer müssen Polizisten sofort auch mit dem Einsatz der Schusswaffe reagieren können und vor massivem Beschuss geschützt sein.

Zusätzliche Einlagen schützen bei Beschuss

Das Innenministerium hatte Westen und Helme im Oktober 2018 angekündigt und jetzt im November ausgeliefert. 37 Paletten mit 2000 Westen und 337 Helmen kamen in Dortmund an. Sie sind sofort auf die Wachen verteilt worden. Die Ausrüstungsgegenstände selbst und das Tempo bezeichnete Gregor Lange am Freitag als „starkes Signal und Wertschätzung“. Zusätzliche Einlagen aus Polycarbonat sollen ein Verletzungsrisiko bei Beschuss „in erheblichem Maße“ reduzieren. Für mehr Sicherheit durch bessere Sichtbarkeit sollen auch Reflektoren an Schultern und Rücken sorgen.

Mit neuen Positionen trainieren

Die neuen Westen bedeuten jetzt auch Training. Bisher hatte Nils Jäger für den Magazinwechsel automatisiert zum Gürtel gegriffen. „Das muss ich jetzt abtrainieren und nach oben greifen.“ Seine Ausrüstungsgegenstände wandern nach und nach eine Etage höher. Denn im Notfall kommt es auf Präzision und Tempo an – da darf es nicht zu Fehlgriffen kommen.

Mit Helm, Weste und allen Ausrüstungsgegenständen tragen Polizistinnen und Polizisten 12 bis 15 Kilogramm zusätzlich. Die neuen Westen sollen auch mehr Bewegungsfreiheit einräumen.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Demonstrationen

Demo-Geschehen in der Nordstadt: Hier marschieren Neonazis und hier gibt es Gegenprotest

Meistgelesen