Neue TU-Bibliothek wird drei Jahre später fertig als geplant – und sieht völlig anders aus

dzTU Dortmund

Die neue Bibliothek der TU Dortmund wird voraussichtlich erst 2025 fertig – mehrere Jahre später als geplant. Auch sonst haben sich die Pläne für das Leuchtturmprojekt bedeutend geändert.

Dortmund

, 16.12.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Universitätsbibliothek am Vogelpothsweg wird abgerissen. In zentraler Campuslage soll ein 15.000 Quadratmeter großer Neubau entstehen. Knapp 13.000 Quadratmeter davon sollen Bibliotheksflächen sein, der Rest wird vom Rektorat, Referaten sowie verschiedenen Studierendenservices genutzt.

„Hier entsteht ein Gebäude, das weit über die TU Dortmund Strahlkraft für die gesamte Region haben wird“, wird TU-Rektorin Ursula Gather in einer Pressemitteilung der Universität zitiert. 2025 soll die neue Bibliothek ihren Dienst aufnehmen – damit drei bis vier Jahre später als der ursprünglich anvisierte Eröffnungstermin 2021/22.

Umbau der bestehenden TU-Bibliothek wäre zu teuer

Es ist nicht der einzige Aspekt, in denen sich die Pläne für die neue Uni-Bibliothek von jenen unterscheiden, mit denen die TU Anfang 2016 das erste Mal an die Öffentlichkeit ging. Damals war nicht von einem Neubau, sondern von einem Umbau die Rede. Das damalige Konzept sah eine Aufstockung des bestehenden Bibliotheksgebäudes vor mit einem zweistöckigen Foyer und einem zentralen Atrium.

Der Entwurf damals sei lediglich Teil einer Machbarkeitsstudie gewesen, um dem Land aufzuzeigen, wie sich das Projekt entwickeln würde, erklärt Bibliotheksleiter Dr. Joachim Kreische. Danach wurde in einem Bewerbungsverfahren nach einem Architekturbüro gesucht, dass sich dieser Aufgabe annimmt.

Neue TU-Bibliothek wird drei Jahre später fertig als geplant – und sieht völlig anders aus

So sah das architektonische Konzept des Bibliotheks-Umbaus 2016 aus. © Woelk und Partner/TU (Grafik)

Im Zuge dieses Prozesses haben sich die Rahmenbedingungen geändert: Aus Kostengründen sei entschieden worden, das alte Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, sagte Bibliotheksleiter Kreische auf Anfrage unserer Redaktion. So gebe es die Möglichkeit, alle technischen Neuheiten von Grund auf in dem neuen Gebäude zu integrieren. Diese grundlegende Entscheidung und zahlreiche bürokratische Hindernisse hätten letztendlich auch zu der jahrelangen Verzögerung im Projekt geführt.

Wie das genau aussehen wird, plant aktuell das Berliner Architekturbüro Max Dudler, das bereits mehrere bedeutende Universitäts- und Bibliotheksbauten entworfen habe. Der aktuelle Entwurf sei dabei lediglich ein Zwischenstand, der sich noch ändern könne, so Kreische.

„Die Bibliothek als reines Bücherlager hat sich längst überlebt“

Mit der neuen UB soll den Studierenden eine moderne zentrale Infrastruktur und ein Servicezentrum für die gesamte TU Dortmund zur Verfügung stehen. Die klassische Ausleihe von Büchern geht dabei immer weiter zurück. „Die Erstentleihe von Gedrucktem hat sich seit 2008 je Studierendem etwa geviertelt“, so Kreische. „Dafür gab es bei uns im laufenden Jahr 8,2 Millionen Zugriffe auf E-Books.“

Die neue Bibliothek soll als Lern- und Kommunikationsort vor allem mehr Raum für die Studierenden schaffen: Projekträume und Räume für Gruppenarbeiten sind dort ebenso vorhanden wie technisches Equipment wie Smart Boards, Hochleistungsscanner und 3D-Drucker.

Temporäre Bibliothek nördlich der Mensa

Der Abbruch der alten UB beginnt Anfang 2022 und wird etwa ein dreiviertel Jahr dauern. Der Kostenrahmen des Neubaus samt begleitender Maßnahmen wird voraussichtlich im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag liegen. 2016 war von einem Kostenrahmen von 60 bis 80 Millionen Euro die Rede.

In der Bauphase für die neue Bibliothek wird auf der Freifläche nördlich der Mensa ein Ausweichquartier für die UB errichtet. Rund 1800 Quadratmeter Fläche umfasst der „temporäre Modulbau“, wie es im Architektendeutsch heißt. Von Ende 2021 bis zur Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek werden etwa 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 100.000 Bände in dieses Quartier umziehen.

Der restliche Bestand an Büchern und Zeitschriften wird ausgelagert. Diese Bücher können bei Bedarf täglich angeliefert und bereitgestellt werden. Zudem hält der temporäre Bau rund 600 Arbeitsplätze für Studierende vor.

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