Neue Regeln sorgen für Ansturm auf Wohngeld in Dortmund

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Zum ersten Mal seit vier Jahren gibt es mehr Wohngeld für Menschen mit geringem Einkommen. Ein neues Gesetz stärkt Bedürftige. Für die Stadtverwaltung in Dortmund hat das Folgen.

Dortmund

, 06.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter einem sperrigen Begriff verbirgt sich eine gute Nachricht: Das „Wohngeldstärkungsgesetz“ ist zum 1. Januar nivelliert worden. Zum ersten Mal seit 2016 wird das Wohngeld - eine finanzielle Unterstützung für einkommensschwächere Familien - erhöht.

In Dortmund sorgt das zu Jahresbeginn für einen wahren Ansturm auf die Wohngeldstelle. Die Stadt Dortmund teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass im Januar 1866 Anträge auf Wohngeld eingegangen sind.

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„Im Vergleich zum Durchschnitt von 2019 stellt dies eine Steigerungsrate von circa 60 Prozent dar“, sagt Stadtsprecher Christian Schön. Dies sei jedoch „nur eine Momentaufnahme“.

Fast 5000 Dortmunder erhalten jetzt schon Wohngeld

Die weitere Entwicklung müsse abgewartet werden. Denn abzuschätzen, wie viele Personen unter den neuen Bedingungen berechtigt wären, einen Antrag zu stellen, sei schwierig zu schätzen.

„Uns sind die zu berücksichtigenden Parameter wie Miete und Einkommen nicht bekannt. Die weitere Entwicklung muss abgewartet werden.“, sagt Christian Schön.

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Zum Ende des Jahres 2019 erhielten rund 4700 Haushalte Wohngeld. Das entspricht laut der Stadt Dortmund etwa 9800 Personen im Wohngeldbezug.

Die Stadt Dortmund hat zwar den Verwaltungsaufwand, aus eigener Kasse zahlen muss sie das Wohngeld aber nicht. Die Unterstützung wird je zur Hälfte vom Bund und den Ländern finanziert. 2019 betrugen die Zahlungen in Dortmund 10,3 Millionen Euro.

Künftig wird das Wohngeld alle zwei Jahre angepasst

1,2 Milliarden Euro kostet die Anhebung im Jahre 2020 bundesweit. Durch eine Anhebung der Einkommensgrenzen wächst die Zahl der Anspruchsberechtigten deutschlandweit von 480.000 auf rund 660.000. Das Wohngeld wird künftig alle zwei Jahre angepasst, um damit auf Entwicklungen bei Mietpreisen reagieren zu können.

Für zahlreiche Haushalte bedeutet das, dass sie nicht mehr auf Unterkunftskosten aus dem Arbeitslosengeld II oder der Grundsicherung angewiesen sind. Der Mieterverein Dortmund rät, zu prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt werden - und im Zweifel einen Antrag zu stellen.

„Wer die Voraussetzungen erfüllt, hat auf Wohngeld genauso Anspruch wie auf Kindergeld oder eine Steuerrückzahlung“, heißt es in einer Stellungnahme des Mietervereins zur Gesetzesänderung.

Die Berechnung des Wohngelds erfolgt nach einem komplizierten Schlüssel, der sich nicht pauschal festlegen lässt. Es gibt drei Faktoren: Haushaltsgröße, Einkommen und Miethöhe. Für die Mieten gibt es festgelegte Obergrenzen. Alle Infos gibt es beim Mieterverein Dortmund.

Wohngeld wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde.

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