Zukunftsprojekte: Neue Eon-Tochter möchte mit DEW ins Geschäft kommen

dzWestenergie

Anfang Oktober hat Eon seine Tochter Westenergie AG an den Start geschickt. Sie bündelt das Geschäft mit den Kommunen im Westen - und sitzt auch beim Dortmunder Versorger DEW mit am Tisch.

Dortmund

, 29.10.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 10.000 Mitarbeiter stark, deckt die 100-prozentige Eon-Tochter Westenergie als größter Energiedienstleister Deutschlands ein Versorgungsgebiet ab, das sich mit 13 Regionalzentren von Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen bis nach Rheinland-Pfalz zieht. Mit seinem tausende von Kilometern langen Netzen versorgt Westenergie gut 7,5 Millionen Menschen mit Strom, Gas, Wasser und schnellem Internet (Breitbandausbau).

Dabei bündelt die Gesellschaft mit Hauptsitz in Essen die kommunalen Partnerschaften von Eon, die sich unter anderem in 130 direkten Beteiligungen an Stadtwerken und Netzgesellschaften ausdrücken. Auch in Dortmund. Nach Aufteilung der früheren RWE-Tochter Innogy zwischen RWE und Eon ist die Marke Innogy inzwischen vom Markt verschwunden. Dafür hat nun Westenergie die 39,9 Prozent-Anteile am Dortmunder Versorger DEW übernommen.

Chefin von Westenergie geht persönlich in DEW-Aufsichtsrat

„Wir wollen für die Kommunen ein Partner auf Augenhöhe sein“, betont Dr. Achim Schröder, Finanzvorstand bei Westenergie. Welchen Stellenwert das Kommunal-Geschäft für Eon hat, drückt sich bereits darin aus, dass neben Finanzvorstand Schröder auch Katherina Reiche, die Vorstandschefin von Westenergie, persönlich im DEW-Aufsichtsrat sitzt.

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Ohnehin spielt Dortmund für Westenergie eine wichtige Rolle – obschon bis 2021 zunächst rund 600 der derzeit 2100 Eon-Stellen in Dortmund wegfallen sollen. Klar ist aber: Der Tower am Freistuhl soll mittelfristig als Vertriebsstandort gehalten werden.

Eine zentrale Rolle spielt die Westenergie-Tochter „Westnetz“ mit Sitz im früheren Telekomgebäude an der Florianstraße. „Sie wird für Westenergie das Geschäft vor Ort betreiben“, sagt Schröder. Sie ist größter Verteilnetzbetreiber Deutschlands und wird auch künftig in Dortmund bleiben. Westnetz hat insgesamt 5100 Mitarbeiter, davon 700 in Dortmund.

Neue Netz-Gesellschaft soll im April 2021 kommen

Anfang April 2021 wird mit der „Netzservice GmbH“ eine weitere Tochter aus der Taufe gehoben und ihren Sitz im Umfeld der Florianstraße beziehen. Die neue Gesellschaft soll sich als Dienstleister für Stadtwerke, aber auch für die Privatindustrie, am Markt positionieren. Sie wird bis zu 120 Mitarbeiter haben, von denen rund 50 in Dortmund tätig sind. „Dortmund wird für uns der operativ größte Standort“, sagt Westenergie-Vorstand Schröder.

Dr. Achim Schröder hat als früherer VEWler den Sprung ins Topmangament von Eon geschafft.

Dr. Achim Schröder hat als früherer VEWler den Sprung ins Topmangament von Eon geschafft. © Beushausen

Er sei überzeugt, dass sich durch die Kooperation mit DEW zukunftsträchtige Projekte realisieren ließen, so Schröder. Dabei reicht die Liste unter anderem von der Digitalisierung der Netze über den Ausbau der Elektromobilität bis hin zum Thema Wasserstoff.

Topmanager stammt noch aus alter VEW-Schule

„Wir führen dazu auch erste, konkrete Gespräche“, sagt Westenergie-Vorstand Schröder, der sich auch privat in Dortmund bestens auskennt: Schröder, wohnhaft in Kirchhörde, ist einer der wenigen ehemaligen Mitarbeiter von VEW (Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen), die es nach den Umbrüchen in der Energiewirtschaft bis in das Topmanagement des Eon-Konzern geschafft haben.

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Zum Vergleich: Als VEW im Jahre 2000 von RWE übernommen wurde, war Schröder beim Dortmunder Energieversorger als Fachreferent für Controlling und Planung zuständig. Nach mehreren Leitungsfunktionen bei RWE avancierte er 2013 zum Geschäftsführer für die Bereiche Energiewirtschaft und Finanzen bei Westnetz – und landete nach der Aufteilung von Innogy im Vorstand der größten Eon-Tochter Westenergie. In dem Unternehmen sitzen die meisten Beschäftigten aus dem ehemaligen Netzbereich von Innogy.

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