Neue Bäume in Wohngebiet als Pilotprojekt für ganz Dortmund

dzStadtkrone-Ost

Zwei Jahre nach der Fällung der Kastanien gibt es nun wieder Bäume im Londoner Bogen. Das neue Pflanzkonzept ist ein Pilotprojekt – und so vielleicht bald auch in anderen Stadtteilen zu finden.

von Anna Maria Stock

Dortmund

, 11.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind froh, dass die Bäume nun endlich da sind, nachdem wir zwei Jahre ohne Bäume dagestanden haben“, sagt Anwohner Dieter Mahlmann. Er wohnt am Londoner Bogen an der Stadtkrone-Ost. Hier hat in der letzten Woche die Neubepflanzung begonnen – mit besonderen Bäumen. Vor zwei Jahren mussten die Kastanien in dem Neubaugebiet komplett gefällt werden, da sie von Schädlingen befallen waren.

Mitte Januar dieses Jahres hatten Sebastian Porzybot, Leiter des Gärtnerischen Ausbildungsbetriebs im Dortmunder Grünflächenamt, und sein Team aus 13 Azubis begonnen, den Boden in den Baumscheiben auszutauschen, damit die neuen Bäume auf fruchtbarem Boden wachsen können. Bis Mitte des Monats sollen laut Stadt alle 79 Bäume gepflanzt sein.

Durchdachtes Konzept

„Zukunftsbäume“ nennt die Stadt sie. Zwei Sorten Feldahorn und Hopfenbuchen werden von nun an den Londoner Bogen schmücken. Außerdem sechs Felsenbirnen. Damit setzt die Stadt auf Mischkultur statt Monokultur.

Das Pflanzkonzept beruhe dabei auf aktuellen Erkenntnissen, nach denen die Bäume auch mit extremen Klimabedingungen fertig würden. Dass bei der Auswahl auf Nachhaltigkeit geachtet worden sei, lobt Anwohnerin Susanne Wendler: „Das Ganze wirkt sehr gut durchdacht und sorgsam geplant.“

Neue Bäume in Wohngebiet als Pilotprojekt für ganz Dortmund

Sebastian Porzybot vom neuen Grünflächenamt der Stadt Dortmund betreut die Neubepflanzung und zukünftige Pflege des Londoner Bogens. © Anna Maria Stock

Im März sollen die Jungbäume dann Gesellschaft bekommen – von Wildblumen, Stauden und Gräsern, die unter den Bäumen gepflanzt werden. Die bunten Pflanzen sollen nicht nur die Bewohner erfreuen, sondern auch Insekten. Das Ganze ist ein Pilotprojekt: Sollte sich die Bepflanzung bewähren, könnte sie laut Pozybot in Zukunft auch in anderen Teilen Dortmunds Anwendung finden.

Sorge über zukünftige Pflege

Anwohnerin Sabine Thurek gefallen die Bäume. Sie äußert aber auch Bedenken: „Schön wäre es, wenn die Stadt die Pflege auch weiterhin so ordentlich betreibt. Es hat nämlich furchtbar ausgesehen in der letzten Zeit.“ Schon bevor die Kastanien gefällt wurden, seien die Grünflächen teils verwahrlost gewesen, fügt ihr Mann hinzu. Vielleicht dreimal im Jahr, so Dieter Mahlmann, sei sauber gemacht worden. Öfter nicht.

Das soll sich nun ändern: „Wir übernehmen auch die weitere Pflege. Die Anwohner brauchen sich keine Sorgen zu machen“, beteuert Sebastian Porzybot. Er und sein Team werden die Begrünung im Londoner Bogen über die nächsten zwei Jahre betreuen, verspricht er.

Der Pflegeaufwand der neuen Bepflanzung im Londoner Bogen sei gering, die Stauden trockenheitsverträglich, heißt es in einem Flyer, den die Stadt an die Anwohner verteilte.

Anwohnerin Ulrike Feldhof bietet sogar an, auch selbst ein Auge auf die Pflanzen zu haben: „Wenn es wieder richtig trocken werden sollte, werden wir mit den Nachbarn natürlich auch mal die Pflanzen gießen“, sagt sie.

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Wünsche für die Nachbarschaft

Auch Gerlind Schwermer gefallen die neuen Pflanzen. Sie wohnt eine Straße weiter – und hat ein Anliegen. „Es wäre schön, wenn die Stadt den Amsterdamer Weg auch so schön herrichten würde.“

Die Pflanzung am Londoner Bogen war die erste öffentliche Aktion des neuen Grünflächenamtes der Stadt Dortmund, das dem Dezernat Bauen und Infrastruktur zugeordnet ist. Es hat im Januar seine Arbeit aufgenommen.

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