Nach Gewaltattacken auf Gerichtsvollzieherinnen: Waffensammlerin aus Hörde ruft den BGH an

Landgericht Bochum

Das Urteil gegen die mutmaßlich unberechenbare Waffensammlerin aus Hörde ist noch nicht das letzte Wort. Die 35-Jährige hat Revision eingelegt. Jetzt gehen die Akten zum Bundesgerichtshof.

Bochum/Dortmund

, 02.10.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Gewaltattacken auf Gerichtsvollzieherinnen: Waffensammlerin aus Hörde ruft den BGH an

Die Beschuldigte neben ihrem Verteidiger Michael Emde beim Auftakt im Sicherungsverfahren. © Werner von Braunschweig

Die brutalen Gewaltangriffe auf zwei Gerichtsvollzieherinnen in Hörde und Bochum werden zu einem Fall für den Bundesgerichtshof (BGH). Die zuletzt am Bochumer Landgericht in die geschlossene Psychiatrie eingewiesene Ex-Mieterin (35) von der Chattenstraße will den zeitlich unbefristeten Maßregelvollzug nicht akzeptieren.

Wie berichtet, hatte das Bochumer Landgericht keine andere Möglichkeit gesehen, die seit Jahren an einer schizophrenen Psychose leidende 35-Jährige mit Blick auf die Gewaltangriffe als unberechenbar und allgemeingefährlich einzustufen. Unbehandelt, so hieß es im Urteil, bestehe weiterhin die Gefahr, dass die Ex-Mieterin im Wahn gewalttätig reagiere.

Gerichtsvollzieherinnen attackiert

Die Beschuldigte hatte am 28. November 2017 am Rande einer Zwangsräumung in ihrer Mietwohnung an der Chattenstraße eine Gerichtsvollzieherin brutal attackiert, der Frau dabei laut Urteil „in der Größe eines Pfirsichs die Kopfhaut von der Schädeldecke gelöst“, sie bespuckt und beleidigt. In der Hörder Wohnung waren später eine Machete, ein Gewehr, eine Harpune, eine Axt und ein E-Schocker gefunden worden. Rund ein Jahr später hatte die Ex-Mieterin in ihrer neuen Wohnung in Bochum erneut eine Gerichtsvollzieherin attackiert.

Durch das Einlegen von Revision ist das Bochumer Urteil nicht rechtskräftig. Mit einem Ergebnis beim BGH ist frühestens im Frühjahr 2020 zu rechnen.

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