Nach Festnahme in der Nordstadt: Gewalt gegen Frauen weckt Ängste

dzPolizei

Zwei brutale Angriffe auf Frauen in der Nordstadt haben viele Dortmunder schockiert. Gegen einen Verdächtigen wird ermittelt. Der Fall macht vielen Frauen Angst.

Dortmund

, 16.12.2019, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 32 Jahre alter Mann sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Er soll in zwei Fällen Frauen an ihren Wohnhäusern in der Dortmunder Nordstadt überfallen und schwer verletzt haben. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Mann aus dem Kosovo, gegen den laut Staatsanwaltschaft Dortmund bereits seit 2016 ein Abschiebungsbescheid vorlag. Der Mann hat keinen festen Wohnsitz.

Zwei Angriffe an zwei aufeinander folgenden Wochenenden

Die Polizei Dortmund wertet weitere Spuren und Zeugenaussagen aus. Es geht um zwei Fälle an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. „Die Spurenauswertungen müssen jetzt zeigen, ob er für beide Taten verantwortlich ist“, sagt Staatsanwalt Henner Kruse.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember (Sonntag) attackierte der mutmaßliche Täter eine 37-Jährige an der Goethestraße unter anderem mit einer Glasflasche. Die Frau erlitt nach Aussage der Staatsanwaltschaft „massive Verletzungen im Gesicht“.

„Der Täter hat erst von ihr abgelassen, als ein Zeuge aus dem Haus gegenüber angelaufen kam und ihn angeschrien hat“, sagt Kruse. Das verhinderte möglicherweise Schlimmeres.

Verletzte Frau im Keller abgelegt

In dem anderen Fall geht es um die Nacht vom 7. auf den 8. Dezember. An der Schützenstraße war eine 25-Jährige in ihrem Hausflur angegriffen worden. Der Täter hatte die schwer verletzte Frau danach in den Kellerraum des Hauses gebracht.

Wie können sich Frauen schützen?

Eine Frage kommt nach solchen Fällen häufig auf: Wie können sich Frauen vor solchen Angriffen von Unbekannten schützen?

Martina Breuer von der Frauenberatungsstelle Dortmund sagt: „Es gibt nicht das Patentrezept dagegen. Es ist auch nicht die Pflicht von Frauen, sich zu schützen. Keine derjenigen, denen es passiert ist, trägt die Verantwortung dafür.“

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Dennoch bezeichnet sie das Nachdenken vieler Frauen über Schutz in der Dunkelheit und auf einsamen Wegen als „Lebensthema“. Seit einiger Zeit gibt es den Verein „Heimweg-Telefon“, bei dem Frauen über die Berliner Telefonnummer 030 120 74 182 freitags und samstags von 22 bis 4 Uhr, an den übrigen Tagen zwischen 20 und 24 Uhr jemanden anrufen können, der sie auf dem Heimweg am Telefon begleitet.

Tipps der Polizei zur Prävention:

  • Ablenkungen durch Musik oder Smartphone vermeiden.
  • Auf das „Bauchgefühl“ achten.
  • Selbstbewusstes Auftreten in Körperhaltung oder Mimik.
  • Bei verdächtigem Verhalten: Notruf 110 wählen.
  • Durch lautes Schreien auf sich aufmerksam machen.
  • Unbeteiligte Personen aktiv zur Hilfeleistung auffordern.
  • Keine aktive Bewaffnung. Die Polizei empfiehlt stattdessen Schrill-Alarm-Geräte oder Trillerpfeifen.
  • Teilnahme an „Frauenselbstsicherheitskursen“ der Polizei.
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